11.03.2026

"Zusammenarbeit ist sicherheitspolitische Notwendigkeit"

Parlament will Binnenmarkt für Verteidigung stärken

Das Europäische Parlament fordert die EU-Kommission auf, konkrete Schritte für einen echten europäischen Binnenmarkt für Verteidigungsgüter vorzulegen. Ziel des heute im Plenum in Straßburg angenommenen Initiativberichtes ist, Investitionen stärker zu bündeln, europäische Produktionskapazitäten auszubauen und die Interoperabilität der europäischen Streitkräfte zu verbessern. 


Tobias Cremer, sicherheits- und verteidigungspolitischer Sprecher der Europa-SPD: 
„In einer Welt wachsender Großmachtrivalität können wir uns nicht mehr leisten, Europas Verteidigung weiterhin in 27 nationale Märkte aufzuteilen. Ein echter europäischer Binnenmarkt für Verteidigung ist kein langfristiges Wunschprojekt mehr, sondern eine sicherheitspolitische Notwendigkeit. 

Nur wenn wir unsere Kräfte bündeln und den Binnenmarkt auch im Verteidigungsbereich voll nutzen, können wir ein starkes europäisches Verteidigungsökosystem aufbauen – innovativ, wettbewerbsfähig und effizient im Umgang mit Steuergeldern.

Jeder investierte Euro muss Europas Sicherheit stärken und darf nicht in nationalen Parallelstrukturen versickern. Strategische Autonomie beginnt deshalb mit mehr europäischer Integration, auch in der Verteidigungsindustrie. Jetzt kommt es darauf an, dass EU-Kommission und Mitgliedstaaten den politischen Willen aufbringen, diese Schritte endlich umzusetzen." 


Als nächsten Schritt will die EU-Kommission voraussichtlich im Frühjahr 2026 eine Mitteilung zu einem europäischen Binnenmarkt für Verteidigung vorlegen. Aus Sicht der Europa-SPD muss darauf zügig konkrete Gesetzgebung folgen – etwa zu gemeinsamen Standards, vereinfachten Beschaffungsverfahren und einem europäischen Zertifizierungssystem für Verteidigungsgüter.
 

  • Pressekonferenz mit Tobias Cremer am heutigen Mittwoch, 11. März 2026, 14 Uhr im Daphne-Caruana-Galizia-Pressesaal, EU-Parlament in Straßburg und online per Livestream.