20.01.2026"Wichtiges Zeichen europäischer Souveränität"Ukraine-Finanzierung wird im Eilverfahren behandeltTobias CremerDas Europäisches Parlament hat in Straßburg einem Eilverfahren für das Finanzierungspaket zur Unterstützung der Ukraine zugestimmt. Insgesamt geht es um drei Verordnungen der Europäischen Kommission für einen Kredit in Höhe von insgesamt 90 Milliarden Euro für dieses sowie das kommende Jahr. Aus dieser Summe sind rund 60 Milliarden Euro für militärische Unterstützung vorgesehen, weitere 30 Milliarden Euro als Unterstützung des ukrainischen Staatshaushalts. Nach der Entscheidung für das Dringlichkeitsverfahren wird das Europäische Parlament in einer der kommenden Sitzungen über ein Unterstützungsdarlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine abstimmen. Danach müssen Parlament und Rat das Darlehen im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahren vereinbaren. Die erste Auszahlung des Kredits zur finanziellen Unterstützung des Landes soll bereits im zweiten Quartal 2026 eingeleitet werden.Tobias Cremer, außenpolitischer Sprecher der Europa-SPD: "Diese Entscheidung ist ein wichtiges Signal europäischer Souveränität in unsicheren Zeiten. Denn selbst wenn eine direkte Nutzbarmachung russischer Vermögenswerte an einzelnen Mitgliedstaaten gescheitert ist, bleibt der 90-Milliarden-Kredit ein starkes Zeichen, sowohl an Putin als auch an Trump, dass Europa willens und fähig ist, die Ukraine auf absehbare Zeit verteidigungsfähig zu halten – und zwar unabhängig von den jeweiligen Launen im Kreml oder im Weißen Haus. Zugleich stärken wir mit dem Buy-European-Prinzip die europäische Industrie, gute Arbeitsplätze und Europas verteidigungspolitische Unabhängigkeit. Entscheidend aber bleibt, dass mit dieser Regelung Putin am Ende für seinen Krieg wird zahlen müssen. Denn die eingefrorenen russischen Vermögenswerte werden zur Rückzahlung des Kredits reserviert und bleiben so lange blockiert, bis Russland seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen zu Reparationen nachkommt. Sie stehen damit auch für etwaige „Business Deals“ zwischen den USA und dem Kreml nicht zur Disposition. Die EU-Kommission muss nun einerseits den Kredit schnell für die Ukraine nutzbar machen und gleichzeitig bereits jetzt die technischen Schritte vorbereiten, um Putins eingefrorene Vermögenswerte tatsächlich zur Tilgung des Kredits heranzuziehen, sollte Russland seinen Verpflichtungen nicht nachkommen. Gerade in Zeiten angespannter transatlantischer Verhältnisse ist es jetzt wichtig in der Ukrainepolitik Schnelligkeit, Handlungsfähigkeit und Stärke beweisen.“ Ähnlich wie bei den EU-Förderprogrammen SAFE und EDIP gilt bei der Ukraine-Finanzierung das Buy-European-Prinzip: Mindestens 65 Prozent der Wertschöpfung eines Rüstungsgutes müssen in der EU, in der Ukraine oder im Europäischen Wirtschaftsraum erfolgen. Für das Buy European-Prinzip sind Ausnahmen vorgesehen, wenn dringend benötigte Ausrüstung nicht rechtzeitig aus europäischer Produktion verfügbar ist. Möglich gemacht werden soll dieser Kredit durch eine gemeinsame EU-Kreditaufnahme an den Kapitalmärkten und durch den Haushaltsspielraum („Headroom“) des mehrjährigen Finanzrahmens abgesichert. Tobias Cremer Nordrhein-Westfalen Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten Ausschuss für Sicherheit und Verteidigungtobias.cremer@europarl.europa.eu
Tobias Cremer Nordrhein-Westfalen Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten Ausschuss für Sicherheit und Verteidigungtobias.cremer@europarl.europa.eu