10.03.2026

"Wer irreguläre Migration reduzieren will, muss legale Wege für Arbeitskräfte stärken"

EU-Parlament stimmt für Einrichtung eines europäischen Talentpools

Mit dem EU-Talentpool schafft die Europäische Union erstmals ein gemeinsames Instrument, um Arbeitgeber mit qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern aus Drittstaaten zusammenzubringen – insbesondere in Branchen mit Arbeitskräftemangel. Die Teilnahme der Mitgliedstaaten bleibt freiwillig, Visa- und Aufenthaltsentscheidungen liegen weiterhin bei den nationalen Behörden.

Birgit Sippel, innenpolitische Sprecherin der S&D-Fraktion: 
„Mit dem EU-Talentpool schaffen wir endlich ein europäisches Instrument, um dringend benötigte Arbeitskräfte gezielt mit offenen Stellen zusammenzubringen. Europa braucht legale und geordnete Wege, damit Menschen, die hier arbeiten wollen und gebraucht werden, eine faire Chance bekommen. 

Der Talentpool ermöglicht mehr Transparenz sowie bessere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern aus Drittstaaten. 

Die konkreten Bedürfnisse sind innerhalb der EU unterschiedlich. Deshalb ist es richtig, eine gemeinsame europäische Plattform zu schaffen und zugleich die Entscheidung über Visa und Aufenthaltsgenehmigungen bei den Mitgliedstaaten zu belassen. 

Wer irreguläre Migration reduzieren will, muss legale Wege stärken. Genau hier setzt der Talentpool an. Entscheidend ist aber auch: Arbeitsmigration darf kein Einfallstor für Lohndumping werden. Wer in Europa arbeitet, muss auch nach europäischen Standards geschützt werden. Gute Arbeit, faire Bezahlung und starke Arbeitnehmer:innenrechte müssen für alle gelten – unabhängig davon, woher jemand kommt.“ 


Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten hatten sich Ende des vergangenen Jahres auf einen gemeinsamen Text für die Verordnung geeinigt. Mit dieser Bestätigung im Plenum des Parlaments kann die Verordnung im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und damit rechtskräftig werden.