03.06.2026„Europas digitale Zukunft muss in Europa gestaltet werden“EU-Kommission legt Paket für technologische Souveränität vorMatthias EckeDie EU-Kommission hat in Brüssel ihr Paket zur technologischen Souveränität vorgestellt. Es umfasst einen Chips Act 2, einen Cloud and AI Development Act (CADA), eine europäische Open-Source-Strategie sowie eine Roadmap für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Energiesektor. Die Vorschläge werden nun im Europäischen Parlament und im Rat beraten.Matthias Ecke, SPD-Europaabgeordneter, Mitglied im Industrieausschuss des Europäischen Parlaments und Schattenberichterstatter für den Digital Networks Act: „Wenn wir technologische Souveränität ernst meinen, müssen wir Abhängigkeiten verringern und eigene Technologien gezielt ausbauen. Deshalb ist es ein wichtiger Fortschritt, dass die Europäische Union erstmals klar definiert, was technologische Souveränität bedeutet: die Fähigkeit, über sicherheitsrelevante Schlüsseltechnologien wie Chips, Cloud-Dienste oder Künstliche Intelligenz selbstbestimmt verfügen zu können. Drei außereuropäische Konzerne kontrollieren heute mehr als 70 Prozent des europäischen Cloud-Marktes. Das bedeutet, dass ein großer Teil unserer sensiblen Daten auf Infrastrukturen gespeichert wird, die letztlich nicht unter europäischer Kontrolle stehen. Datensouveränität ist deshalb ein zentraler Baustein technologischer Souveränität. Es ist ein wichtiger Schritt, dass die EU-Kommission mit dem Cloud and AI Development Act erstmals klare Kriterien für souveräne Cloud-Dienste definiert. Der risikobasierte Ansatz ist dabei richtig: Je sensibler die Daten und Anwendungen sind, desto höher müssen die Anforderungen an Sicherheit, Kontrolle und Unabhängigkeit des Cloud-Anbieters sein. Ich begrüße vor allem den neuen Ansatz im Chips Act 2, eigene Kapazitäten in Europa entlang der gesamten Wertschöpfungskette hochzufahren. Der erste Chips Act war eine Antwort auf die Lieferengpässe während der Corona-Pandemie und sollte vor allem Abhängigkeiten von Asien reduzieren. Vollständige Souveränität im Halbleiterbereich ist aufgrund globaler Verflechtungen in der Produktion unmöglich. Deshalb muss der Chips Act 2 dazu beitragen, einen essenziellen Teil der Wertschöpfung in Europa anzusiedeln und einseitige Abhängigkeiten zu überwinden. Richtig ist der Ansatz des Vorschlags, die Nachfrage nach in Europa entwickelten und gefertigten Halbleitern zu stärken. Mit öffentlichen Geldern sollten wir europäische Forschung und Produktion unterstützen. Mit den KI-Gigafabriken kann Nachfrage nach europäischen, fortschrittlichen KI-Halbleiter entstehen. Ebenso wichtig ist, dass die EU-Kommission mit der neuen Open-Source-Strategie die Bedeutung von Open-Source für die Souveränität der EU anerkennt und deren Entwicklung gezielt fördern möchte. Bis zuletzt war unklar, ob das Paket diese Strategie enthalten wird. Wichtig ist nun, dass auch konkrete Förderinstrumente folgen - denn Open-Source-Projekte sind chronisch unterfinanziert.“ Matthias Ecke Sachsen Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie Ausschuss für Wirtschaft und Währung Haushaltsausschussmatthias.ecke@europarl.europa.eu0032 228 45134
Matthias Ecke Sachsen Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie Ausschuss für Wirtschaft und Währung Haushaltsausschussmatthias.ecke@europarl.europa.eu0032 228 45134