"Ende der Umstellung lässt auf sich warten"

Winterzeit beginnt am 27. Oktober

"Das wird voraussichtlich leider nicht die letzte Zeitumstellung in der Europäischen Union bleiben. Jetzt sind die Nationalstaaten am Zug. Prinzipiell kann jeder Staat eigenständig entscheiden, ob dauerhaft die Sommer- oder Winterzeit gelten soll. Dabei müssen sich die Mitgliedstaaten auf ein Verfahren einigen. Statt aktuell drei, könnten es ohne Koordinierung zig verschiedene Zeitzonen werden. Das hätte katastrophale Auswirkungen und muss unbedingt vermieden werden."  

"Die rege Beteiligung an der EU-Konsultation zur Zeitumstellung hat gezeigt, dass die Umstellung den Menschen in Europa offensichtlich Probleme bereitet. Andererseits ist es wichtig, dass die EU-Kommission keinen Flickenteppich der Zeitzonen herbeiführt. Wenn wir nur die nationale Perspektive verfolgen, riskieren wir ein böses Erwachen, denn die Zeiten von Sonnenaufgang und -untergang unterscheiden sich quer durch Europa. Deshalb muss im Fall einer Abschaffung der Zeitumstellung eine möglichst einheitliche Regelung gefunden werden."

Das Europäische Parlament hatte sich bereits im März 2019 für eine Abschaffung der regelmäßigen Umstellung ausgesprochen und den Vorschlag der EU-Kommission begrüßt. Allerdings forderte das Parlament auch mehr Zeit für eine Anpassung von zum Beispiel Fahrplänen sowie für eine Folgenabschätzung. Sollten sich die EU-Staaten nicht einigen können, kann die Abschaffung der Zeitumstellung auch scheitern. Den Stein ins Rollen gebracht hatte die erste europäische Befragung zur Zeitumstellung in Europa. Vergangenes Jahr im Juli und August 2018 waren aus allen 28 Mitgliedstaaten 4,6 Millionen Rückmeldungen  eingegangen.