Beschäftigte schneller wieder in Arbeit bringen

Reform des Globalisierungsfonds

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihre Arbeit bei Massenentlassungen verloren haben, sollen besser unterstützt werden. Das Europäische Parlament hat am Mittwoch, 16. Januar 2019, in Straßburg den Reformen des Globalisierungsfonds für die Jahre 2021 bis 2027 zugestimmt. Es geht um Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

„Auch wenn Deutschland und Europa grundsätzlich zu den Gewinnern des Welthandels gehören, gibt es hier viel zu viele Menschen, die negativ von den Auswirkungen der Globalisierung betroffen sind. Darum muss sich die EU stärker als bisher kümmern. Der neuaufgelegte Globalisierungsfonds ist eine Antwort darauf“, so Michael Detjen aus dem Sozial- und Beschäftigungsausschuss des Europäischen Parlaments.  

„In den vergangenen Jahren haben die EU-Mitgliedsländer nur die Hälfte der zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Globalisierungsfonds abgerufen, weil das Antragsverfahren und die Zugangshürden zu hoch und zu bürokratisch waren.“ Bisher konnten Gelder aus dem Globalisierungsfonds nur bei Massenentlassungen abgerufen werden, wenn mehr als 500 Beschäftigte betroffen waren. Jetzt hat das Europaparlament die Hürde auf 200 Betroffene gesenkt. Dabei geht es auch nicht mehr nur um Arbeitsplätze in einem Unternehmen, sondern in einer Branche oder Region. 

„Mit 225 Millionen Euro jährlich unterstützt Europa in Zukunft entlassene Beschäftigte - das ist eine Anhebung von mehr als 30 Prozent im Vergleich zur aktuellen Förderperiode. Mit dieser Erhöhung und den vereinfachten Zugangsbedingungen übernimmt Europa die Verantwortung dafür, dass die Profite aus dem Welthandel gerechter verteilt werden“, so Michael Detjen, beschäftigungspolitischer Sprecher der Europa-SPD. 

„Weil auch der technologische Wandel und die Klimaveränderungen harte Einschnitte für ganze Branchen oder Regionen bringen können, wird der Fonds nicht nur reformiert, sondern auch umbenannt in Fonds für den Wandel. Europa greift zukünftig auch denen unter die Arme, die auf Grund von technischen Neuentwicklungen oder klimatischen Veränderungen ihren Job verloren haben." 

Der Rat will im März über den Gloablisierungsfonds entscheiden, sodass in diesem Jahr keine Trilog-Verhandlungen mehr darüber beendet werden können. Das Parlament wird demnach die erste Lesung zum Globalisierungsfonds abschließen und den Bericht an das kommende Europäische Parlament nach der Europawahl überweisen. 

Weitere Informationen: 
Büro Detjen +32 228 37563 und Jan Rößmann +32 473 864 513 (Pressesprecher)