Zeitumstellung in Europa abschaffen

Vorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung findet breite Mehrheit

„Ich freue mich sehr, dass die Uhren in Europa bald nicht mehr umgestellt werden müssen. Es ist erwiesen, dass die Umstellung von Sommer- und Winterzeit vor allem Kinder, ältere Menschen und Kranke in ihrem Biorhythmus beeinträchtigt. 

Es kommt zu mehr Unfällen im Straßenverkehr, Energie wird dadurch keine gespart. Deshalb war es an der Zeit, diese unnötige und nervige Zeitumstellung abzuschaffen“, so Ismail Ertug, verkehrspolitischer Sprecher der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Am Dienstag, 26. März 2019  hat das Europäischen Parlament diese Position mit einer großen Mehrheit verabschiedet. 

„Jetzt liegt es an den Mitgliedstaaten, ob es wirklich zur Abschaffung der Zeitumstellung in Europa kommen wird. Noch gibt es keine Position dazu aus dem Rat“, erläutert Ertug. „Über was im Plenum heute nicht abgestimmt wurde, ist, ob die Sommer- oder Winterzeit als Standardzeit gelten soll. Hier hat die EU keine Gesetzgebungskompetenz, weshalb diese Entscheidung die einzelnen Mitgliedstaaten selbst treffen werden. Wichtig ist, dass es nicht zu einem Flickenteppich an Zeitzonen kommt . Deshalb fordern wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten eine Koordinierung der EU-Mitgliedstaaten, damit der europäische Binnenmarkt und der Verkehrssektor davon nicht negativ beeinträchtigt werden“, so Ertug. 

In dem Vorschlag der sozialdemokratischen Berichterstatterin Marita Ulvskog wird die Einrichtung eines Koordinierungsmechanismus gefordert, der jeweils aus einem gewählten Vertreter oder einer Vertreterin eines jeden Mitgliedstaats und der Europäischen Kommission bestehen soll. Er soll die Mitgliedstaaten bei ihrer Entscheidung unterstützen und gewährleisten, dass keine Fragmentierung an Zeitzonen zwischen den Mitgliedstaaten entsteht. 

Hintergrund: Die Europaabgeordneten hatten die EU-Kommission im Februar 2018 in einer Resolution dazu aufgefordert, die Vor- und Nachteile einer Abschaffung abzuwägen. Die EU-Kommission hatte im Juli und August 2018 die EU-Bürgerinnen und Bürgern dazu aufgefordert, sich an einer EU-Konsultation zur Abschaffung der Zeitumstellung zu beteiligen. Insgesamt 4,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger nahmen daran teil. 

Weitere Informationen: 
Büro Ertug +32 228 38547, Hannah Cornelsen (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) +33 388174770