Vorteile für Patientinnen und Patienten nutzen

Europaparlament fordert mehr Forschung zum Einsatz von Cannabis in der Medizin

Das Europäische Parlament drängt die EU-Kommission, eine Strategie für die medizinische Verwendung von Cannabis zu entwickeln.

„Wir müssen Missverständnisse über die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten von Cannabis endlich aus dem Weg räumen“, betont Tiemo Wölken, Mitglied im Gesundheitsausschuss und gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Europa, anlässlich einer entsprechenden Entschließung, für die das Europäische Parlament am Mittwoch, 13. Februar 2019, gestimmt hat. „Zu oft wird der Freizeitkonsum von Cannabis mit dem medizinischen Einsatz verwechselt. Patientinnen und Patienten, denen dieser Einsatz helfen kann, müssen legal und sicher versorgt werden können.“ 

„Leider hat die konservative Fraktion im Europaparlament verhindert, dass wir den Anwendungsbereich auf medizinische Arzneimittel und Cannabis in seiner natürlichen Form ausweiten“, erklärt Tiemo Wölken. „In seiner natürlichen Form wird Cannabis zum Beispiel gegen die Symptome von psychischen Störungen wie Epilepsie, Alzheimer, Arthritis oder Asthma verschrieben.“ 

Arzneimittel auf Cannabisbasis beziehen sich lediglich auf bereits zugelassene Arzneimittel, die einen oder mehrere Wirkstoffe aus der Cannabispflanze enthalten, während der Begriff "medizinisches Cannabis", wie er von der sozialdemokratischen Fraktion gefordert wurde, viel breiter ist und Cannabis in seiner natürlichen Form einschließt. Derzeitig gibt es nur wenige offizielle Daten zur Forschung vom Einsatz von Cannabis zum medizinisches Zweck. Weiterhin gibt es keinen geregelten Austausch über Forschungsprojekte zu medizinischen Cannabis innerhalb der EU-Mitgliedstaaten.  

„Medizinisches Cannabis kann Patientinnen und Patienten helfen. Aktuell ist der Zugang zu medizinischem Cannabis und der Rechtsrahmen in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten allerdings sehr unterschiedlich“, so Tiemo Wölken. „Die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten müssen endlich einen Schritt nach vorne gehen und glaubwürdige, unabhängige und umfangreiche Forschungsarbeiten zum Einsatz von Cannabis in der Medizin ermöglichen.“ 

Weitere Informationen: 
Büro Wölken +32 228 45431 und Jan Rößmann +32 473 864 513 (Pressesprecher)