24.11.2017

MeToo-Debatte muss in gesellschaftlichen Wandel münden!

Zum „Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen“ am 25. November erklärt die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl: „Gewalt gegen Frauen darf uns nicht nur an einem Tag im Jahr beschäftigen, sie muss uns jeden Tag umtreiben! Denn jeden Tag werden Frauen in Europa und auf der ganzen Welt vergewaltigt, geschlagen und getötet“, so die Frauenrechtsexpertin. Dass die unter dem Hashtag „MeToo“ angestoßene Debatte auch nach Wochen nicht abebbt, sei daher zugleich ein schlimmes wie auch ein gutes Zeichen. „Die riesige Resonanz auf ,MeToo‘ zeigt, wie gravierend das Problem nach wie vor ist. Zugleich erleben wir gerade endlich das Ende einer Kultur der Angst und Scham, die vor allem Frauen seit jeher gelähmt und ruhiggestellt hat. Hier dürfen wir aber nicht stehenbleiben. Das Reden über Gewalt gegen Frauen muss in den lange herbeigesehnten gesellschaftlichen Wandel münden!“ Ziel sei ein gesellschaftliches Klima, in dem sich Frauen und Männer auf Augenhöhe begegnen, Machtpositionen nicht ausgenutzt werden und in dem vor allem bei Machtmissbrauch und Übergriffen nicht mehr weggeschaut wird. „Gewalt von Männern ist keine Normalität, Übergriffe sind keine unvermeidlichen Einzelfälle. Frauen müssen sich sicher sein können, dass sie sich jederzeit gegen die Täter wehren können, ohne gesellschaftliche Repressalien fürchten zu müssen. Schaut die Gesellschaft hier weiterhin weg, macht sie sich mitschuldig“, sagt Maria Noichl. Die Frauenrechtsexpertin mahnt zudem an, dass über der Debatte zu Gewalt im öffentlichen Raum und am Arbeitsplatz, die bei „MeToo“ im Vordergrund steht, das Problem der häuslichen Gewalt nicht aus den Augen verloren wird. „Es muss deutlich gemacht werden, dass auch das eigene Zuhause für viele Frauen ein sehr gefährlicher Ort ist – und dass das keine Privatsache ist. Diese Form der strukturellen Gewalt gegen Frauen darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben“, so Maria Noichl. Laut einer im Jahr 2015 durchgeführten Umfrage der europäischen Grundrechteagentur wird eine von zehn Frauen in der EU im Laufe ihres Lebens Opfer sexueller Gewalt. 18 Prozent der Frauen gaben an, bereits Opfer von Stalking geworden zu sein, eine von zwanzig Frauen wird im Laufe ihres Lebens vergewaltigt. Weitere Informationen: Büro Noichl +32 228 47 157 und Angelika Pentsi +32 473 930 060 (Pressesprecherin)