#Aufschrei oder #MeToo zeigen nur die Spitze des Eisbergs

Weltfrauentag am Freitag, 8. März 2019

Zum Frauenkampftag wird von Kritikern bezweifelt, dass ein solcher Tag nach wie vor nötig ist. Dabei sind Frauen tagtäglich mit fehlender Gleichstellung konfrontiert:

„Debatten wie #Aufschrei oder #MeToo haben in der Vergangenheit das Ausmaß von Belästigung und Diskriminierung deutlich gemacht, dem Frauen in unserer Gesellschaft nach wie vor ausgesetzt sind. Es gibt keinen Moment im Alltag einer Frau, in dem sie nicht betroffen ist. Das beginnt beispielsweise mit dem Wecker, der eine Stunde früher klingelt, weil viele Frauen sich fast alleine um ihre Kinder kümmern“, so die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl, Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter. „Es geht weiter bei der Frau, die sich auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn schmaler macht, da ihr Sitznachbar unverhältnismäßig viel Platz einnimmt und mit der Frau, die in Besprechungen kaum zu Wort kommt, da ihr Kollege sich so gerne reden hört. Meist wird er dafür auch noch besser entlohnt. Und Diskriminierung endet nicht bei der Frau die nachts schnellen Schrittes die Straßenseite wechselt, weil sie von einem Unbekannten verfolgt wird.“ 

„Trotz der alltäglichen Diskriminierung haben viele Menschen den Eindruck, dass, insbesondere in Europa, Frauen in der Gesellschaft bereits vollkommen gleichgestellt sind. Einer wachsenden Gruppe gehen die hart erkämpften Rechte sogar zu weit - sie wollen Frauen zurück an den Herd verfrachten“, so Maria Noichl

Laut einem aktuellen Bericht der Weltbank sind Frauen derzeit in nur sechs Ländern der Welt im Hinblick auf ihr wirtschaftliches Handeln vollkommen gleichberechtigt. „Deutschland gehört nicht zu den Ländern, in denen Frauen mittlerweile ökonomisch gleichbehandelt werden. Allerdings ist hier zumindest Europa klar an der Spitze: Dänemark, Frankreich, Lettland, Luxemburg, Belgien und Schweden sind die Länder auf den Top-Positionen. Dies betrifft aber nur die rechtliche Lage in Bezug auf die Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Denn auch in diesen Ländern sind Frauen nach wie vor in vielen anderen Bereichen strukturell benachteiligt und diskriminiert,“ betont Maria Noichl

„Dass der 8. März als Erinnerung an den stetigen Kampf gegen Diskriminierung weiterhin benötigt wird, steht daher außer Frage. Dass wir, als sozialdemokratische Abgeordnete, auch an jedem anderen Tag des Jahres für die vollkommene Gleichstellung der Geschlechter kämpfen, auch“, so Maria Noichl

Weitere Informationen: 
Büro Noichl +32 228 47 157 und Jan Rößmann +32 473 864 513 (Pressesprecher)