"Appell für Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit“

Verleihung des LUX-Filmpreises

Der LUX-Filmpreis 2019 des Europäischen Parlaments geht an die nordmazedonische Ko-Produktion ‚Gott existiert, ihr Name ist Petrunya‘ der Regisseurin Teona Strugar Mitevska. Es kommentiert Petra Kammerevert, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten und Mitglied des Ausschusses für Kultur und Bildung:

„Der diesjährige LUX-Filmpreis-Gewinner setzt ein starkes Zeichen für die Gleichberechtigung der Frau. Die Auszeichnung von ‚Gott existiert, ihr Name ist Petrunya‘ zeigt deutlich, dass das Thema Gleichbehandlung zwischen Männern und Frauen unsere Gesellschaft weiterhin stark umtreibt. Der Film ist allerdings nicht nur als Appell für mehr Gleichberechtigung zu verstehen, sondern auch für mehr Chancengerechtigkeit. Er  thematisiert die grassierende Jugendarbeitslosigkeit in Nordmazedonien und das unter der jungen Generation weit verbreitete Gefühl der Chancenlosigkeit - Probleme, mit denen wir auch innerhalb der EU konfrontiert sind. Die Regisseurin richtet den Fokus auf eine teils in Vergessenheit geratene Generation. Ich verstehe den Film als Aufforderung an die Politik, mehr in die Jugend zu investieren.“

„Die Verleihung des LUX-Filmpreises an ‚Gott existiert, ihr Name ist Petrunya‘ ist aber auch ein Zeichen dafür, dass Nordmazedonien kulturell im Herzen Europas angekommen ist. Nachdem die europäischen Staats- und Regierungschefs die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen mit Nordmazedonien vorerst blockiert haben, sendet das EU-Parlament mit dem LUX-Preis nun ein Zeichen der Wertschätzung an den Beitrittskandidaten.“

Der LUX-Filmpreis wurde dieses Jahr zum dreizehnten Mal verliehen. Der Preis soll die kulturelle Vielfalt und die Kreativität des europäischen Kinos fördern, europäische Werke einem breiteren Publikum zugänglich machen und gesellschaftliche Debatten anregen. Neben dem Gewinner standen in diesem Jahr Rodrigo Sorogoyens ‚The Realm‘ (Spanien und Frankreich) und ‚Wer tötete Dag Hammarskjöld‘ von Mads Brugger (Dänemark, Norwegen, Schweden, Belgien) in der engeren Auswahl. Die drei Finalisten-Filme erhalten finanzielle Förderung für die Untertitelung in die 24 Amtssprachen der Europäischen Union. Der Gewinnerfilm erhält zusätzlich Unterstützung für die Erstellung einer Fassung für hör- und sehbehinderte Menschen sowie für transnationales Marketing.