"Wir streiten weiter"

Klimaziel-Einigung auf EU-Gipfel

Pünktlich zum fünfjährigen Bestehen des Pariser Klimaabkommens haben sich die Staats- und Regierungschefs der EU am Freitagmorgen auf ein schärferes Klimaziel für 2030 geeinigt. Den Ausgang der Verhandlungen kommentiert die umweltpolitische Sprecherin der Europa-SPD, Delara Burkhardt:

„Eine solche Einigung wäre noch vor mehreren Monaten kaum vorstellbar gewesen - in diesem Sinne ist das eine gute Nachricht. Jedoch muss auch klar gesagt werden: Das ist nicht genug! Um das 1,5-Grad-Klimaziel zu erreichen, muss mehr drin sein. Als SozialdemokratInnen werden wir weiter für das 60-Prozent-Reduktions-Ziel, wie vom Europäischen Parlament gefordert, streiten.

Es reicht nicht, dass sich die EU das Ziel der Klimaneutralität in dreißig Jahren setzt. Damit dieses Ziel kein Lippenbekenntnis bleibt, muss die EU auch ihr Zwischenziel für Treibhausgasreduktionen bis 2030 stärker anheben. Der Europäische Rat hat mit seiner Einigung, in der Jubiläumswoche des Pariser Klimaabkommens, einen Schritt in die richtige Richtung gemacht.  Allerdings verpassen die Staats- und Regierungschefs die Chance, die EU noch stärker als ein Vorbild im Kampf gegen den Klimawandel zu positionieren. 

Diese Einigung auf den EU-Gesamthaushalt zeigt, dass die Union in der Lage ist, Kompromisse zu finden, ohne ihre Grundwerte zu vergessen. Beim Klima gibt es aber keinen Verhandlungsspielraum. Wir wissen, dass die Verhinderung jedes Zehntel Grads Erd-Erhitzung zählt, um Klimakipp-Punkte wie das Abschmelzen der Permafrostböden und einen völlig unkontrollierbaren Klimawandel zu vermeiden.“