"Aus fossilem Würgegriff befreien"
Weltklimakonferenz in Antalya

Unter türkisch-australischer Co-Präsidentschaft findet von Montag, 9. November bis Freitag, 20. November die 31. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen im türkischen Antalya statt (COP31).
Erwartet werden rund 100.000 Teilnehmende. Die türkischen Veranstalter rechnen mit 197 vertretenen Vertragsparteien. Für die EU-Mitgliedsstaaten verhandelt die Europäische Kommission die Beschlüsse der Weltklimakonferenz mit.
Delara Burkhardt, stellvertretende Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament und umweltpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten:
„Die Weltwirtschaft muss sich dringend aus dem fossilen Würgegriff befreien. Die explodierenden Öl- und Gaspreise in Folge der Schließung der Straße von Hormus haben Menschen in fast allen Teilen der Welt in große wirtschaftliche Bedrängnis gebracht. Der Erfolg der diesjährigen Klimakonferenz wird sich daran messen, ob sich die Weltgemeinschaft endlich auf konkrete Maßnahmen und Zeitpläne für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas einigen kann.
Das von der türkisch-australischen Konferenzleitung vorgeschlagene Elektrifizierungs-Ziel ist ein wichtiger Baustein zur Abkehr von fossilen Energien und zur Bekämpfung der Krise der Lebenshaltungskosten. Eine auf erneuerbaren Energien basierende Elektrifizierung von Verkehr, Heizen und industrieller Fertigung bietet auch in Deutschland und Europa die besten Chancen, sich gegen die enormen Schwankungen von Öl- und Gaspreisen auf den Weltmärkten zu schützen und für bezahlbare Energie zu sorgen. Doch anstatt sich um die Bezahlbarkeit des Alltags der Menschen zu kümmern, zetteln CDU und CSU und lieber Kulturkämpfe um Verbrennermotoren und Gasheizungen an und bauen Luftschlösser von Miniatomkraftwerken und E-Fuels.
Der UN-Generalsekretär hat festgestellt, dass die weltweite Emissionslücke mittlerweile zu einer Führungslücke geworden ist. Dass die USA unter Präsident Donald Trump klimapolitisch praktisch ausfallen, macht eine starke europäische Führungsrolle umso wichtiger. Aber auch die EU fällt gerade als Führungskraft aus. Unter Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fährt die EU einen klimapolitischen Schlingerkurs. Die christdemokratische Parteienfamilie in Europa schleift gerade mit den Rechtsradikalen den europäischen Klimaschutz. Das sorgt für Verunsicherung und bremst Investitionen aus: sei es die Abkehr vom sogenannten Verbrenner-Aus, die Schwächung des Emissionshandels für Europas Schwerindustrie, oder die Verschiebung der Methanverordnung.“
Chris Bowen, Australiens Minister für Klimawandel und Energie, leitet die Verhandlungen in Antalya. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens: Klimazusagen sollen in konkrete Maßnahmen zur Emissionsminderung und zum Schutz vor Klimafolgen übersetzt werden.


