06.10.2026Sicherheitspolitik

„Europas Sicherheit darf nicht im Förderantrag stecken bleiben“

AGILE-Programm: EU-Parlament beschließt 115 Millionen Euro für schnelle Verteidigungsinnovationen

„Europas Sicherheit darf nicht im Förderantrag stecken bleiben“

Europa soll neue Verteidigungstechnologien schneller zur Einsatzreife bringen: Das Europäische Parlament hat in Straßburg dem AGILE-Programm zugestimmt, das mit den Mitgliedstaaten ausgehandelten worden war. Mit 115 Millionen Euro sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups unterstützt werden. Förderzusagen innerhalb von vier Monaten und ein schnellerer Zugang zu Testeinrichtungen sollen den Weg vom Prototyp zum einsatzfähigen Produkt verkürzen. Der Rückhalt für eine stärkere europäische Verteidigung ist groß: Laut Eurobarometer „EU Challenges and Priorities“ wollen 68 Prozent der Europäer, dass die EU ihre Fähigkeit stärkt, sich eigenständig gegen äußere Bedrohungen zu verteidigen. 56 Prozent vertrauen darauf, dass die EU Sicherheit und Verteidigung stärkt und ihre Bürger besser schützt. 


Tobias Cremer, außen- und sicherheitspolitischer Sprecher der Europa-SPD:
"Europas Sicherheit darf nicht im Förderantrag stecken bleiben. Wenn wir unsere Art zu Leben wirksam verteidigen wollen dürfen wir nicht einfach die nationalen Beschaffungswunschlisten von gestern abarbeiten, sondern müssen uns gegen die Bedrohungen von morgen wappnen. 

Der Krieg in der Ukraine zeigt dabei jeden Tag, wie schnell innovative Unternehmen mit neuen Technologien einen entscheidenden Unterschied auf dem Gefechtsfeld machen können. Mit dem AGILE-Programm schaffen wir deshalb gezielte Unterstützung für Start-ups sowie kleine und innovative Unternehmen im Verteidigungsbereich. Ob Drohnenabwehr, künstliche Intelligenz oder Cybersicherheit: Wir wollen dafür sorgen, dass gute Ideen in Europa nicht an Bürokratie oder fehlender Finanzierung scheitern. Sie müssen schnell getestet, weiterentwickelt und in die Anwendung gebracht werden können. 

Klar ist: Europa muss mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen. Dazu gehört auch, unser enormes Innovationspotenzial besser zu nutzen und entscheidende Technologien hier in Europa zu entwickeln, zu produzieren und gemeinsam zu beschaffen. Die 115 Millionen Euro sind dafür ein wichtiger Anfang. Entscheidend ist jetzt, eine echte Innovationskette zu schaffen: Aus guten Ideen müssen Prototypen werden, aus erfolgreichen Prototypen Aufträge – und aus diesen Aufträgen die Fähigkeiten, die Europa für seine Sicherheit braucht."

Pressekontakt

Pressesprecher der SPD-Europaabgeordneten

Jan Rößmann

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jan.rossmann@europarl.europa.eu