"Partnerschaft auf neue stufe heben"
Gipfeltreffen zwischen EU und Kanada

Die Europäische Union und Kanada halten vom 29. bis 30. Oktober ein Gipfeltreffen im kanadischen Montreal ab. Die Zusammenkunft soll einen wichtigen Meilenstein in den Beziehungen zwischen der EU und Kanada darstellen und den Weg für eine noch umfassendere und vertiefte politische Partnerschaft ebnen.
Tobias Cremer, außenpolitischer Sprecher der Europa-SPD:
„Der EU-Kanada-Gipfel ist eine historische Chance, unsere Partnerschaft auf eine völlig neue Stufe zu heben. In einer Welt, die von einem kriegssüchtigen Russland, einem zunehmend selbstbewusst auftretenden China und einem immer unberechenbareren amerikanischen Verbündeten geprägt ist, brauchen wir starke und verlässliche Partner. Kanada und Europa teilen nicht nur demokratische Werte, sondern auch handfeste strategische Interessen.
Kanada verfügt über Energie und kritische Rohstoffe, Europa über einen riesigen Binnenmarkt, technologisches Know-how und eine starke Industrie. Jetzt müssen wir unsere Stärken bündeln: durch engere Handelsbeziehungen, die Integration unserer Verteidigungsindustrien, eine verstärkte Zusammenarbeit in der Arktis und mehr Möglichkeiten für junge Menschen, auf beiden Seiten des Atlantiks zu leben, zu studieren und zu arbeiten.
Unabhängig davon, ob wir die neue Allianz nun 'assoziierte Mitgliedschaft' oder anders nennen, muss die Vision dahinter klar sein: Wir wollen mit Kanada die engstmögliche Partnerschaft schaffen, die die EU einem außereuropäischen Land anbieten kann. Entscheidend ist dabei auch, dass wir unsere vertiefte Zusammenarbeit in verschiedenen Politikfeldern wie Handel, Verteidigung, Arktispolitik und Forschung in einen dauerhaften institutionellen Rahmen einbetten, der die Frühabstimmung und Zusammenarbeit erleichtert, etwa durch die Einladung Kanadas zu relevanten Sitzungen des Rates der EU oder die Aufwertung der bestehenden Parlamentsdelegationen zu einer gemeinsamen Parlamentarischen Versammlung.
Die Bedeutung dieser Allianz hat dabei das Potenzial, weit über die europäisch-kanadischen Beziehungen hinaus zu reichen. So könnte sie, falls erfolgreich, zum Ausgangspunkt eines weltweiten Netzwerks gleichgesinnter Demokratien werden, das dem Recht des Stärkeren eine Politik der Zusammenarbeit, des Multilateralismus und des gegenseitigen Respekts entgegensetzt. Der Gipfel muss dafür konkrete Vereinbarungen, verbindliche Zusagen und einen klaren Fahrplan hervorbringen.“


