Fazit: Anhörung der designierten EU-Kommissionsmitglieder im Europäischen Parlament

Liebe Leserinnen und Leser,

vom 11. bis zum 19. Januar 2010 fanden im Europäischen Parlament die Anhörungen der designierten Kommissionsmitglieder statt. Bis auf Frau Kristalina Georgiewa, die kurzfristig den Platz der zurückgetretenen bulgarische Kandidatin Rumiana Jeleva übernommen hat und deren Anhörung am 3. Februar stattfinden wird, haben sich alle designierten Kommissionsmitglieder der Fragen der Abgeordneten gestellt.

Das Ergebnis der Anhörungen ist aus Sicht der SPD-Abgeorneten durchwachsen. Neben vereinzelten Lichtblicken und leider auch einigen schwarzen Schatten, zeichnet sich die vorgestellte Kommission vor allem durch ein mäßiges Grau aus. Viele Bewerberinnen und Bewerber ließen große Wissenslücken in ihren zugewiesenen Fachbereichen erkennen. Selten zeigten die Kandidatinnen und Kandidaten den Mut in eine ernsthafte Diskussion mit den Abgeordneten zu treten und eigene Ideen und Konzepte zu vertreten. Das Gros der designierten Kommissionsmitglieder antwortete wage und ausweichend auf die Fragen der Abgeordneten und hielten sich damit strikt an die offensichtliche Vorgabe des Kommissionspräsidenten Barroso, durch ein flaches Profil möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.

Eine besonders schlechte Vorstellung gab die Bewerberin für das Ressort Internationale Zusammenarbeit und humanitäre Hilfe, Jeleva. In der Kritik ging es dabei nicht nur um die in der europäischen Presse publizierten Zweifel an der Korrektheit ihrer finanziellen Angaben, sondern insbesondere um den gravierenden Mangel an Sachkenntnis, der sich während der Befragung offenbarte. Mit Ausnahme der Konservativen, aus deren Reihen Jeleva stammt, signalisierte die Mehrheit der Europaabgeordneten fraktiosübergreifend die Kandidatin abzulehnen und damit notfalls der gesamten Kommission im Plenum die Zustimmung zu verweigern. Der Entschluss Jelevas war daher nur konsequent und für alle Seiten die beste Lösung.

Lichtblicke stellten hingegen die Kandidaten für die Bereiche Wettbewerb und Wirtschaft, Joaquín Almunia und Michel Barnier dar, die sich der Diskussion mit den Abgeordneten stellten und hier sowohl mit guter Sachkenntnis als auch mit eigenen Ideen punkten konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Rapkay
Vorsitzender der SPD-Delegation im Europäischen Parlament

Die letzten Pressemitteilungen auf einen Blick

04.02.10 17:29 Birgit SIPPEL "Kein Verlust für unsere Sicherheit"

Innenausschuss lehnt SWIFT-Abkommen ab.

In der heutigen Sitzung des Innenausschusses haben die Europaabgeordneten das Abkommen zwischen der EU und den USA zur Weitergabe von Finanztransaktionsdaten wegen mangelnder Transparenz...

mehr

03.02.10 17:20 Norbert NEUSER: "Ersatzkandidatin Georgieva besser als ihre Vorgängerin"

Anhörung der bulgarischen EU-Kommissarskandidatin.

Die Anhörungen der neuen EU-Kommission ist mit der Befragung der bulgarischen Kommissarsanwärterin Kristalina Georgieva für das Ressort humanitäre Hilfe heute zu Ende gegangen....

mehr

29.01.10 15:43 Jutta STEINRUCK: "Zukunft für alle OPEL-Standorte sichern"

Opelaner demonstrieren in Brüssel für Erhalt von Standort Antwerpen

Anlässlich der heutigen Demonstration der Antwerpener OPEL-MitarbeiterInnen in Brüssel überbrachte die SPD-Europaabgeordnete und Expertin für Beschäftigungs-...

mehr

29.01.10 10:40 Bernhard Rapkay: "Kleinbetriebe können aufatmen"

Rechtsausschuss des Europaparlaments verabschiedet Erleichterungen für Kleinstunternehmen.

Der Rechtsausschuss im Europäischen Parlament stimmte heute Maßnahmen zum Bürokratieabbau für Kleinstunternehmen zu. Betriebe mit weniger...

mehr

27.01.10 17:58 Barbara WEILER "Kommunen entscheiden über soziale und ökologische Kriterien beim Vergaberecht"

Im Anschluss an die heutige öffentliche Anhörung im Europäischen Parlament zum EU-Vergaberecht wies die Binnenmarktexpertin und SPD-Europaabgeordnete Barbara WEILER auf die Subsidiarität in diesem Bereich hin. Bereits seit 2004...

mehr

News 1 bis 5 von 719

1

2

3

4

5

6

7

vor >







SPD-Europa Newsletter

Bestellen Sie hier den Newsletter der SPD-Europaabgeordneten