 Frauen leisten in der EU weiterhin den Großteil unbezahlter Sorgearbeit. Das Europäische Parlament hat über einen Initiativbericht zur sogenannten 'Gender Care Gap' abgestimmt, der Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine gerechtere Verteilung von Sorgearbeit fordert. Mit der Abstimmung positioniert sich das Parlament gegenüber Kommission und Mitgliedstaaten. Die Kommission hat angekündigt, die bereits vielfach geforderten Vorschläge der S&D für EU-weite Maßnahmen aufzugreifen. Dazu zählen nachweisliche Verbesserungen des Zugangs zu Kinderbetreuung. Als Voraussetzung dafür begreift die S&D die bessere Finanzierung, Entlohnung und Ausbildung von Arbeitnehmer:innen im Bereich von Betreuungsangeboten. Mit EU-Geldern aus der europäischen Kindergarantie könnten nationale Anstrengungen für Gleichstellung flankiert werden. Maria Noichl, gleichstellungspolitische Sprecherin der Europa-SPD: "Gleichstellung ist eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Ich möchte in einer Europäischen Union leben, die es Frauen und Männern ermöglicht, Familie und Beruf zu vereinbaren und gleichmäßig zu teilen. Stattdessen werden Frauen nach der Geburt noch immer ins Private gedrängt, auf dem Arbeitsmarkt abgehängt und mit der Sorgearbeit alleine gelassen. Während Generationen von Frauen für gleiche Rechte gekämpft haben, sind die Regierungen in Europa nun in der Pflicht, endlich auch Gleichstellung zu ermöglichen. Als EU-Parlament stellen wir uns heute hinter alle Frauen, die tagtäglich die Vielzahl an Aufgaben bewältigen, die Erwerbsarbeit, Familie, Kinder und Haushalt mit sich bringen. Es sind ihre Überlastung, ihre Verluste bei Rente, Einkommen und Ersparnissen, die wir nun endlich beenden müssen." |