 Vor der Abstimmung des Europäischen Parlaments über die Regulierung neuer Gentechnik kommende Woche Mittwoch in Straßburg gibt es scharfe Kritik am vorliegenden Text. Bei den neuen Regeln geht es um Lebens- und Futtermittel.Am Montag sollen bereits die Abgeordneten des Agrarausschusses über die Vereinbarung entscheiden, bevor sie ins Plenum geht. Unter neuer Gentechnik werden Verfahren wie die Genschere CRISPR/Cas verstanden, mit denen das Erbgut von Organismen gezielt verändert werden kann.
Maria Noichl, agrarpolitische Sprecherin der Europa-SPD: „Was die Christdemokraten als Modernisierung verkaufen, ist in Wahrheit die weitreichendste Deregulierung des EU-Rechts für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel seit Jahrzehnten. Gerade weil neue Verfahren wie die Genschere CRISPR/Cas tiefgreifende Eingriffe ins Erbgut ermöglichen, braucht es Transparenz und Wahlfreiheit. Stattdessen soll künftig ein Großteil der Produkte ohne Kennzeichnung auf den Markt kommen. Ohne Kennzeichnung gibt es keine echte Wahlfreiheit. Eine Mehrheit aus Christdemokraten und Rechtsextremisten schwächt Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Koexistenzregeln – mit Risiken für die konventionelle und ökologische Landwirtschaft sowie unsere gentechnikfreien Wertschöpfungsketten. Besonders problematisch ist zudem, dass der Text keine ausreichenden Schranken gegen die Patentierung von Pflanzen aus neuer Gentechnik schafft. Wer Kennzeichnung abbaut und Patente ausweitet, stärkt nicht Innovation, sondern die Marktmacht weniger Konzerne. Die Europa-SPD steht für Wahlfreiheit, Verbraucherschutz und das Vorsorgeprinzip – deshalb lehnen wir diese Deregulierung ab.“ |