 Das Europäisches Parlament hat am Mittwoch in Straßburg seine Position zur Reform der europäischen Fluggastrechte beschlossen. Mit dem Votum im Plenum bekräftigt das Parlament seine Linie für verbindliche und durchsetzbare Rechte bei Flugverspätungen und -ausfällen, für mehr Transparenz sowie für einen besseren Schutz von Verbraucher:innen, Familien und schutzbedürftigen Passagier:innen. Die Entscheidung bildet die Grundlage für die anstehenden Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten im Rat.
Vivien Costanzo, verkehrspolitische Sprecherin der Europa-SPD: „Dieses Votum ist ein starkes Signal für Millionen Fluggäste in Europa. Wer fliegt, hat Rechte – und diese dürfen nicht ausgehöhlt werden. Entschädigungen von 300 bis 600 Euro ab drei Stunden Verspätung sind fair und notwendig, damit Airlines Verantwortung übernehmen. Familien müssen selbstverständlich ohne Zusatzkosten zusammensitzen können, Menschen mit Behinderungen und eingeschränkter Mobilität brauchen besseren Schutz statt neuer Hürden.
Die Pläne des Rates, Entschädigungen erst nach vier bis sechs Stunden vorzusehen und die Ausnahmen für Airlines immer weiter auszudehnen, gehen direkt zulasten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Das machen wir nicht mit. Nach über elf Jahren Stillstand braucht Europa endlich klare, sozial gerechte und durchsetzbare Fluggastrechte – alles andere wäre ein Kniefall vor der Airline-Lobby.“
Mit der Abstimmung bestätigt das Parlament seine Position in zweiter Lesung. Da Rat und Parlament in zentralen Punkten weit auseinanderliegen, wird das Dossier nun in der dritten Lesung im Vermittlungsausschuss weiterverhandelt. Die Gespräche sollen voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 beginnen und bis zum Ende der zypriotischen Ratspräsidentschaft Mitte 2026 abgeschlossen werden. Ob und wann eine Einigung erzielt werden kann, ist offen. Auch der Zeitpunkt des Inkrafttretens bleibt Gegenstand der Verhandlungen |