 Das Europäische Parlament hat das modernisierte Handelsabkommen zwischen der EU und Mexiko mit großer Mehrheit gebilligt. Das vorläufige Handelsabkommen tritt voraussichtlich spätestens am 1. November 2026 in Kraft. Es wird die Agrar- und Lebensmittelexporte der EU steigern, EU-Unternehmen die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen in Mexiko erleichtern und den Schutz des Klimas sowie der Arbeitnehmerrechte durch engere Zusammenarbeit und einklagbare Verpflichtungen stärken. Mexiko ist ein strategischer Partner der EU und zweitgrößter Handelspartner der EU in Lateinamerika. Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Mexiko werden derzeit durch den Handelsteil eines Abkommens aus dem Jahr 2000 geregelt. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament: „Die Verabschiedung des modernisierten EU-Mexiko-Abkommens im Plenum sendet ein starkes Signal zugunsten eines offenen und fairen Handels. Während andere auf Isolationismus, Unberechenbarkeit und Zölle als Druckmittel setzen, zeigt Europa, dass Partnerschaft, Diversifizierung und verlässliche Regeln die bessere Antwort sind.
Seit Inkrafttreten des ersten Abkommens im Jahr 2000 sind die EU-Exporte um mehr als 324 Prozent gestiegen. Das zeigt: Offene Märkte schaffen Wachstum, Innovation und sichere Arbeitsplätze. Gleichzeitig verbindet das Abkommen wirtschaftliche Chancen mit klaren sozialen und ökologischen Standards. Klimaschutz, Arbeitnehmerrechte und nachhaltige Entwicklung sind verbindlich verankert. Zudem verbessert der schrittweise Abbau von 95 Prozent der hohen mexikanischen Zölle auf Agrarexporte aus der EU den Marktzugang erheblich, während geografische Angaben hochwertige europäische Produkte schützen.
In einer zunehmend fragmentierten Welt rücken Länder mit stabilen und berechenbaren Handelsbeziehungen näher zusammen. Vor allem das Verhalten der USA treibt viele Partner dazu, nach verlässlichen Alternativen zu suchen. Nach der Ankündigung Washingtons, das Handelsabkommen mit Kanada und Mexiko in seiner bisherigen Form nicht fortsetzen zu wollen, gewinnt das EU-Mexiko-Abkommen zusätzlich an strategischer Bedeutung. Europa bietet ein alternatives Modell – und dieses Modell wird angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen immer attraktiver.
Nach dem Mercosur-Abkommen ist das EU-Mexiko-Abkommen ein weiterer Nachweis dafür, dass Europas Handelspolitik auf dem richtigen Weg ist: mehr Partnerschaften, größere wirtschaftliche Sicherheit und eine stärkere globale Präsenz. Wir werden diesen Weg mit künftigen Abstimmungen über EU-Abkommen mit Indonesien, Indien und Australien fortsetzen. Ich hoffe, dass auch die Verhandlungen mit den Philippinen bald abgeschlossen werden. Während es auf multilateraler Ebene derzeit kaum Fortschritte bei der Stärkung der WTO gibt, stärken wir das multilaterale Handelssystem von unten nach oben, indem wir klare und vorhersehbare Regeln auf Grundlage der WTO-Prinzipien in unseren Handelsabkommen verankern.“ |