 Ursula von der Leyen, António Costa sowie Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum unterzeichnen am morgigen Freitag in Mexiko-Stadt das modernisierte EU-Mexiko-Abkommen. Rund 45.000 europäische Unternehmen exportieren nach Mexiko, davon sind 83 Prozent kleine und mittlere Unternehmen. Das Abkommen baut einen Großteil der mexikanischen Zölle auf Agrarprodukte aus Europa ab und schützt mehrere hundert Herkunftsangaben, etwa Bayerisches Bier und Nürnberger Würste. Nach der Unterzeichnung wird das Europäische Parlament um seine Zustimmung gebeten. Erst nach diesem grünen Licht sowie nach Abschluss der innerstaatlichen Verfahren in Mexiko kann das modernisierte Abkommen in Kraft treten. Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europäischen Parlament: „Das Mexiko-Abkommen zeigt nach rund einem Jahrzehnt Verhandlungen: Europa setzt auch in turbulenten Zeiten auf Partnerschaft statt Isolation. Die EU stärkt damit verlässliche Handelsbeziehungen und gibt offenem und fairem Handel Rückenwind. Die wirtschaftlichen Vorteile sind erheblich: Das Abkommen umfasst einen Markt mit mehr als 580 Millionen Menschen und verbessert durch den Abbau von 95 Prozent der mexikanischen Zölle auf EU-Agrarexporte den Marktzugang für europäische Unternehmen deutlich. Seit dem ersten Abkommen im Jahr 2000 haben sich die EU-Exporte nach Mexiko mehr als verdreifacht. Das schafft Wachstum, stabile Wertschöpfungsketten und Planungssicherheit für Investitionen auf beiden Seiten des Atlantiks. Gerade in Zeiten der Neuverhandlung des nordamerikanischen Handelsabkommens zeigt Mexiko damit, wie wichtig verlässliche Partner wie die EU sind. Besonders wichtig ist, dass wirtschaftliche Chancen mit klaren sozialen und ökologischen Standards verbunden werden. Klimaschutz, Arbeitnehmerrechte und nachhaltige Entwicklung sind fest im Abkommen verankert. Europa beweist damit, dass wirtschaftliche Stärke, Nachhaltigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit zusammengehören. Nach den Fortschritten beim Mercosur-Abkommen sowie den jüngsten Abschlüssen mit Indonesien und Indien zeigt sich: Europas Handelspolitik ist auf dem richtigen Weg. Ich bin zuversichtlich, dass das Europäische Parlament dem Abkommen bald grünes Licht geben wird, möglicherweise schon im Juli.“ Das neue Abkommen stärkt laut EU-Kommission den jährlichen Warenhandel im Wert von 82 Milliarden Euro. Das ursprüngliche Abkommen zwischen der EU und Mexiko trat im Jahr 2000 in Kraft. Die Neuverhandlungen begannen im Mai 2016. |