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Europa-SPD
13. April 2026

Hochlauf der Elektromobilität nicht ausbremsen

Maßnahmen zur Zukunft der Automobilindustrie

Von Tiemo Wölken

Von Vivien Costanzo

Die Spitzen der Großen Koalition haben am Wochenende in Berlin im Rahmen des Koalitionsausschusses wichtige Weichen gestellt – unter anderem ging es um die Zukunft der Automobilindustrie. Neben Entlastungen bei Energie und Steuern wurden auch Entscheidungen zur Automobilindustrie getroffen, die sich auf das vorgeschlagene Automobilpaket der EU-Kommission von Dezember letzten Jahres beziehen.

Tiemo Wölken, umweltpolitischer Sprecher der S&D-Fraktion sowie Berichterstatter der Gesetzgebung zu Unternehmensflotten und Vivien Costanzo, verkehrspolitische Sprecherin der Europa-SPD erklären dazu:


Die Beschlüsse enthalten eine klare Perspektive für Hybridfahrzeuge: Mit dieser Brückentechnologie schaffen wir Sicherheit für viele Beschäftigte, insbesondere bei den Zulieferer-Betrieben. Gleichzeitig müssen aber die elektrischen Fahranteile steigen. 

Insgesamt muss weiter gelten: Die Zukunft ist elektrisch. Dabei helfen die Regeln zur Produktion und Wertschöpfung vor Ort ungemein (Made-in-Europe) und dürfen nicht ungenutzt bleiben.

Allerdings würden mit der anvisierten Abschwächung und Verzögerung der Emissionsziele die Hersteller den Anreiz verlieren, rechtzeitig erschwingliche elektrische Modelle in den Massenmarkt zu bringen – und diesen somit de-facto Konkurrenten aus Asien überlassen. Laut der Beschlüsse soll zudem die Pflicht zur Kompensation von Restemissionen, etwa durch den Einsatz von grünem Stahl, gelockert werden – das wäre nicht nur schlecht fürs Klima, sondern auch schlecht für unseren Industriestandort.

Die Initiative für Unternehmensflotten, die im Vorschlag der EU-Kommission enthalten ist, ist ein zentrales Instrument, um die Nachfrage nach Elektroautos zu stärken – und damit auch das Angebot von guten Stromern auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu verbessern. Das ist entscheidend, da die große Mehrheit der Europäer:innen privat keine Neuwagen, sondern gebrauchte Fahrzeuge, vor allem aus Unternehmensflotten kauft. Der Vorschlag ist zudem kein starres ‚One-size-fits-all‘, sondern sieht differenzierte Ziele für die Mitgliedsländer vor, die sowohl reine E-Autos als auch Hybride anrechnen lassen können. Als europäische Sozialdemokratinnen werden wir uns weiterhin für starke Impulse bei den Unternehmensflotten einsetzen.

Ausblick: Über grundlegenden Änderungen an der entsprechenden Gesetzgebung zur Verringerung von CO2-Emission bei Pkw muss das Europäische Parlament als ko-gesetzgebende Institution abstimmen. Bei der vorgeschlagene EU-Verordnung zur Elektrifizierung von Unternehmensflotten handelt es sich um ein neues EU-Gesetz. Das Parlament erarbeitet zurzeit seine Positionierung zum entsprechenden Vorschlag der Kommission.

Tiemo Wölken

Niedersachsen

Ausschuss für Umweltfragen, Öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Rechtsausschuss
Unterausschuss für Gesundheit

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Vivien Costanzo

Baden-Württemberg

Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr
Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten

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