13.03.2024

Wichtige Weichenstellung für die E-Mobilität

Abgeordnete stimmen für neue EU-Regeln für Abgaswerte von Lkw und Pkw

Das Plenum des Europäischen Parlaments hat heute in Straßburg für die neue Abgasnorm Euro-7 gestimmt. Die Verordnung aktualisiert die geltenden Euro-6-Regeln, indem unter anderem neue Emissionskategorien für Reifen- und Bremsabrieb hinzugefügt werden.  

Tiemo Wölken, umweltpolitischer Sprecher der S&D-Fraktion: „Das Verhandlungsergebnis zur Euro-7-Abgasnorm enthält gute, aber leider auch schlechte Elemente. Aus gesundheits- und umweltpolitischer Sicht bringen die neuen Grenzwerte etwa nur bedingt eine Verbesserung bei Stickoxiden und Feinstaub. Hier wäre mehr möglich gewesen, um mit bereits bestehenden Technologien mehr zu erreichen. Positiv ist hingegen, dass die Gesetzgebung mit neuen Standards für Reifen- und Bremsabrieb sowie Batteriestandards fit gemacht wird für die Elektromobilität. Außerdem gehen wir mit den Grenzwerten für Reifenabrieb auch gegen eine der größten Quellen für Mikroplastik in unserer Umwelt vor. Wichtig ist jetzt, dass wir alles daran setzen, mehr Elektroautos auf die Straße zu bringen – mit der heutigen Abstimmung gibt es mehr Planungssicherheit für die Industrie. Es wäre fatal, diese Planungssicherheit zu untergraben."

Matthias Ecke, S&D Schattenberichterstatter für die Euro-7-Norm im Industrieausschuss: „Die Verhandlungen zu Euro 7 standen von Anfang an unter einem schlechten Stern. Ein unausgewogener Kommissions-Vorschlag mit vielen Unklarheiten traf auf eine konservative Verbrenner-Lobby, die am liebsten gar keine neuen Grenzwerte wollte. Aus industriepolitischer Sicht ist es gut, dass die Hersteller jetzt Klarheit haben. Allzu viele Investitionen werden ihnen nicht abverlangt, die Ingenieurs-Teams können sich auf die Umstellung auf Elektromobilität konzentrieren. Die Langlebigkeit von Batterien und die bei schwereren E-Autos größeren Emissionen im Bereich der Bremsen und der Reifen werden dabei wichtiger. Hier bringen die neuen Euro 7-Normen Fortschritte. Damit bleiben europäische Hersteller im globalen Wettbewerb mit chinesischen und amerikanischen Autobauern wettbewerbsfähig.“


Nach dieser Zustimmung der Europa-Abgeordneten zum Trilog-Ergebnis kann die Verordnung bis Ende des Jahres in Kraft treten. Die neuen Standards gelten dann für PKW nach einer Übergangszeit von zweieinhalb Jahren, für LKW nach vier Jahren.