Energiepolitik

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Energiepolitik

Energieversorgung ist die Basis für unsere moderne Gesellschaftsform. Ohne Energiezufuhr, sei es in Form von Treibstoff oder Elektrizität, wären wir unserer volkswirtschaftlichen Grundlage beraubt. Eine langfristig sinnvolle und zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union koordinierte Energiepolitik gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen einer florierenden Europäischen Union.

Der energiepolitische Bereich hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv verändert. Während es den Nationalstaaten lange Zeit lediglich um Versorgungssicherheit ging, haben sich durch den Klimawandel und die enorme Kostensteigerung im Energiebereich die Prioritäten verschoben.

Für die Sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament ist die Versorgungssicherheit zu fairen Preisen immer noch essentiell. Energie muss für die Bürger und Bürgerinnen der Europäischen Union sowie für die europäische Industrie bezahlbar sein.

Durch die veränderten Rahmenbedingungen reicht es jedoch nicht mehr aus, Versorgungssicherheit losgelöst von weiteren energiepolitischen Faktoren zu sehen. Moderne Energiepolitik muss langfristig und nachhaltig gestaltet sein. Energiepolitische Reaktionen, die mittelfristig den Energiepreis drücken, aber langfristig unüberschaubare Kosten verursachen, sind nicht im Interesse der Gesellschaft.

Aus diesem Grund muss der Ausbau von Erneuerbaren Energien strategisch vorangetrieben werden. Auch die effiziente Nutzung von Energie hat in der Europäischen Union ihr Limit noch nicht erreicht. Durch gesteigerte Effizienz, zum Beispiel im Bereich der Gebäudesanierung, können Kosten verringert und gleichzeitig die Umwelt geschützt werden. Der zukünftige Weg, den wir beschreiten müssen, ist ein bewusster Umgang mit Energie.

Neben dem Ausbau von regenerativen Energiequellen, Effizienzsteigerung und Energieeinsparung müssen auch die Innovationsfähigkeit und die Forschung im Energiebereich ausgebaut werden. Neue Technologien wie die Abspaltung und Speicherung von Kohlenstoffdioxid bei Kohle- und Gaskraftwerken, der chemischen sowie der metallverarbeitenden Industrie und anderen großen CO2-Emittenten müssen auf Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz geprüft werden und als Option einer umweltneutralen Energiepolitik gefördert werden.

Ein weiterer Grund, auf innovative und nachhaltige Energiepolitik zu setzen, ist die Verringerung der Energieabhängigkeit der Europäischen Union von Gas- und Öllieferungen aus dem Ausland. Eine diversifizierte und unabhängige Energieversorgung lässt der Europäischen Union mehr Handlungsspielraum auf politischer Ebene. Unabhängigkeit von Energieimport und günstigen Strom durch Atomenergie zu erreichen, ist hingegen keine Option. Die unabschätzbaren Folgekosten der Lagerung ausgedienter Atombrennstäbe, das enorme Risiko und die potentielle Zerstörungskraft eines Zwischenfalls sowie der fragliche Beitrag zum Klimaschutz sind Faktoren, die Atomenergie als zuverlässige und kostengünstige Energieressource ausscheiden lassen.

Die richtige Option ist vielmehr eine gemeinsame Energieaußenpolitik der Europäischen Union, der Ausbau Erneuerbarer Energien und ein sinnvoll regulierter Markt zwischen Energieproduzenten und Energienetzbetreibern. Die Steigerung von Energieeffizienz und schlicht, der bewusste Umgang mit Energie ist zudem essentiell für die zukünftige Energieversorgung der Europäischen Union.

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