Martina WERNER und Ismail ERTUG

1.8.2017

Zukunftsstrategie im Sinne von Verbrauchern und Arbeitnehmern auf den Tisch

Diesel-Gipfel in Berlin

„Das Management von Teilen der Autoindustrie hat offensichtlich drastische Fehler gemacht und muss jetzt die Karten offenlegen, damit die Folgen nicht auf dem Rücken von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern oder Verbraucherinnen und Verbrauchern ausgetragen werden. Die Abgas-Affäre und ihre Folgen sind nur auf der Basis einer europäischen Lösung in den Griff zu bekommen“, so Martina Werner, energie- und industriepolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten vor dem Dieselgipfel am Mittwoch. „Allein in Deutschland geht es um mehr als eine Millionen Beschäftigte im Automobilsektor – und die Zulieferer-Industrie in der Europäischen Union ist eng vernetzt. Aus Rücksicht auf diese vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie ihre Familien müssen Hersteller und Politik sich unter voller Einbeziehung der Arbeitnehmervertreter auf eine präzise und realistische Strategie für den Übergang zu alternativen, nachhaltigen Antriebstechnologien einigen. Arbeitnehmer und Verbraucher haben verdient, dass die Wertschöpfungskette um das Auto völlig neu aufgestellt wird, um neue Technologien zu fördern, die unsere europäischen Standards einhalten."

Am Mittwoch treffen sich führende Vertreter von Bundesregierung, Landesregierungen, Autoherstellern und Gewerkschaften in Berlin. Es soll um konkrete Maßnahmen gehen, mit denen der hohe Schadstoffausstoß vieler älterer Dieselautos gesenkt werden kann.

 „Aus dieser Herausforderung kann die Automobilindustrie nur dann gestärkt hervorgehen, wenn sie jetzt ihre Innovationsfähigkeit unter Beweis stellt, um die Diesel-Affäre aufzuarbeiten und hinter sich zu lassen“, sagt Ismail Ertug, verkehrspolitischer Sprecher der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament. „Die Affären können zur Chance werden, alternative Antriebstechnologien nachhaltig oben auf die Agenda von Industrie und Politik zu heben. Besonders im Hinblick auf die weltweite Konkurrenz bietet die Dimension dieses Skandals die Gelegenheit, sich nachhaltig neu zu positionieren: Wasserstoff, E-Mobilität, Speichertechnologie, Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. All das könnte mithilfe einer erneuerten Automobilindustrie einfacher umgesetzt werden.“

„EU-Industriekommissarin Elżbieta Bieńkowska macht es sich bisher zu einfach“, so Martina Werner. „Sie muss endlich die von uns Europaparlamentariern seit langem geforderte Industriestrategie vorlegen, statt nur die EU-Mitgliedstaaten zu kritisieren und Fahrverbote zu fordern. Um wieder Vertrauen in den Industriestandort Deutschland und Europa herzustellen, müssen auf dem Diesel-Gipfel alle Beteiligten an einem Strang ziehen und konkrete Schritte vereinbaren. Hierzu gehört eine gemeinsame Strategie zur Erhöhung des Anteils von E-Mobilität am im Verkehrsmix und damit verbunden die Stärkung der deutschen und europäischen Automobilindustrie.“

Weitere Informationen: Büro Werner +32 228 47782, Büro Ertug +32 228 37547 und Jan Rößmann +32 473 864 513 (Pressesprecher)