Jo LEINEN

5.7.2017

Schluss mit klimaschädlichen Kühlmitteln

Parlament macht Weg frei für EU-Beitritt zum Kigali-Abkommen

Sie stecken in Klimaanlagen, Kühlgeräten, Spraydosen oder Reinigungsmitteln - Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), die ein bis zu tausendmal so großes Potenzial für die Erderwärmung haben wie Kohlendioxid. Nun sollen die schädlichen Kühlmittel weltweit schrittweise aus dem Verkehr gezogen werden. Das Europaparlament hat am Mittwoch, 5. Juli, mit großer Mehrheit den Weg für die Ratifizierung eines entsprechenden UN-Beschlusses frei gemacht. „Der Ausstieg aus klimaschädlichen Kühlmitteln ist ein großer Fortschritt für den internationalen Klimaschutz, denn dadurch kann die Erderwärmung um bis zu einem halben Grad eingedämmt werden“, sagt der SPD-Klimaexperte Jo Leinen. „Das Ziel des Pariser Abkommens rückt damit deutlich näher.“

Im Herbst 2016 einigten sich 197 UN-Staaten auf der UN-Konferenz in Kigali (Ruanda) darauf, die Verwendung der klimaschädlichen FKW in das sogenannte „Montreal-Protokoll“ aufzunehmen und ihre Produktion und Verwendung sukzessive zurückzufahren. FKW waren als Ersatz für Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die die Ozonschicht schädigen, eingeführt worden. FCKW konnte durch das Montreal-Protokoll seit Ende der 1980er Jahre erfolgreich abgebaut werden. Die als Ersatz verwendeten FKW schaden zwar nicht der Ozonschicht, sind jedoch aktive Treibhausgase. Alternative, umweltschonendere Stoffe sind vorhanden und müssen in Zukunft zum Einsatz kommen.

„Ein frühes Inkrafttreten des UN-Beschlusses kann die Handlungsfähigkeit der Weltgemeinschaft beim Klimaschutz unter Beweis stellen - der Klimaskepsis des US-Präsidenten zum Trotz“, sagt Jo Leinen mit Blick auf den anstehenden G20-Gipfel in Hamburg. „Die EU hatte bereits 2014 beschlossen, die schädlichen Gase bis 2030 um 75 Prozent zu reduzieren und war treibende Kraft für den Beschluss auf internationaler Ebene. Jetzt müssen die Mitgliedstaaten und die EU diesen UN-Beschluss so bald wie möglich ratifizieren“, fordert Jo Leinen.

Weitere Informationen: Büro Leinen +32 228 45842 und Angelika Pentsi +32 473 930 060 (Pressesprecherin)