Evelyne GEBHARDT

30.5.2017

Reparieren statt wegwerfen

Verbraucherschutz-Ausschuss fordert längere Lebensdauer von Produkten

Immer mehr Reparaturbetriebe in Europa müssen ihren Geschäftsbetrieb einstellen - obwohl mehr als zwei Drittel von Europas Verbrauchern nach einer Umfrage von Eurobarometer die Reparatur eines alten Gerätes einem Neukauf vorziehen. Und obwohl Reparaturen umwelt-und ressourcenfreundlicher sind als der Kauf eines Neugeräts.

 „Besonders bei Elektrogeräten sehen Verbraucher sich häufig dazu gedrängt, ihr defektes Gerät zu entsorgen, anstatt eine Reparatur in Auftrag zu geben oder selbst durchzuführen“, so die SPD-Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt, aus dem Verbraucherschutzausschuss im Europäischen Parlament. Der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz stimmt am Dienstag, 30. Mai, voraussichtlich für eine gezielte Förderung der Entwicklung von langlebigen Qualitätsprodukten mit einer besseren Reparierbarkeit.
 

Schwer erhältliche oder überdurchschnittlich teure Ersatzteile schrecken die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie unabhängige Reparaturunternehmen von einer Instandsetzung ab. Hinderlich sind auch eingeschränkt reparable Geräte mit unzureichenden Reparaturanleitungen.  „Wir Sozialdemokraten arbeiten an einem nachhaltigen und rohstoffschonenden Wirtschaftsmodell, das auf Recycling und Wiederverwertung fußt“, sagt Evelyne Gebhardt, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. „Wir wollen eine Stärkung der Verbraucherposition, etwa  durch die Einführung eines Gewährleistungsrechts mit einer zusätzlichen Herstellergarantie, die sich nach der zu erwartenden Lebensdauer eines Produktes aufgrund der Angaben des Herstellers richtet. Für uns ist die Umsetzung einer Strategie für eine erhöhte Lebensdauer von elektronischen Produkten kein Lippenbekenntnis.“

Eine Angabe der zu erwartenden Lebensdauer eines Produktes würde, ähnlich wie beim bewährten Öko-Design-Label, das den Energieverbrauch eines Produktes anzeigt, einen Anreiz dafür schaffen, dass die Hersteller künftig langlebigere Produkte auf den europäischen Markt bringen.

Nach der Abstimmung des Berichts im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz wird der Bericht voraussichtlich im Juni im Plenum des Europäischen Parlaments abgestimmt.

Weitere Informationen: Büro Gebhardt +32 2 28 47466 und Jan Rößmann +32 473 864 513 (Pressesprecher)