Evelyne GEBHARDT

4.7.2017

Reparaturen fördern - Schrott reduzieren

Europäisches Parlament fordert längere Lebensdauer von Elektroprodukten

Viele Elektrogeräte landen auf dem Müll, obwohl sie repariert werden könnten. Doch Reparaturen sind teuer, zeitaufwendig und können häufig nur vom Hersteller bewerkstelligt werden. Gleichzeitig müssen immer mehr Reparaturbetriebe ihren Geschäftsbetrieb mangels Nachfrage einstellen. Dabei sind Reparaturen umweltfreundlicher und rohstoffschonender als der Kauf eines Neugeräts.

„Reparaturen von Elektrogeräten sollen künftig erleichtert werden“, sagt die SPD-Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt aus dem Verbraucherschutzausschuss im Europäischen Parlament. „Dazu müssen Ersatzteile frei erhältlich, Produkte einfacher reparierbar und Einzelteile leichter austauschbar sein. Außerdem sollen Verbraucher und Verbraucherinnen vom Hersteller besser darüber informiert werden, wie sie Elektroprodukte selbst reparieren können.“ 

Mit der Annahme des Berichts für eine längere Lebensdauer von Produkten hat das Europäische Parlament am Dienstag, den 4. Juli, die Richtung für ein nachhaltigeres Wirtschaften vorgegeben.

„Leider wurde der Bericht im Verbraucherschutz von den konservativen Fraktionen wesentlich abgeschwächt“, so Evelyne Gebhardt, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. „Insbesondere fehlt die Forderung nach einer verbindlichen Kennzeichnung der Lebensdauer von Elektrogeräten durch die Hersteller.“ Nach der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Kantar Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverband sind mehr als 80 Prozent der Verbraucher für die Einführung einer solchen Kennzeichnungspflicht.

„Mit der Angabe der gewöhnlichen Lebensdauer könnten die Verbraucher und Verbraucherinnen auf einen Blick erkennen, wie lange sie ein Elektrogerät benutzen können“, sagt Evelyne Gebhardt. „Dadurch erhielten auch die Hersteller einen starken Anreiz, nachhaltigere Produkte zu konzipieren, insbesondere  wenn die Angabe der Lebensdauer mit einer Herstellergarantie verknüpft ist.“

Weitere Informationen: Büro Gebhardt +33 3 88 1 78466 und Jan Rößmann +32 473 864 513 (Pressesprecher)