E. Gebhardt & M. Groote

1.10.2015

Realistische Abgastests sind unabdingbar

SPD-Europaabgeordnete fordern rigorose Aufklärung der VW-Affäre

Zum Treffen der EU-Minister für Wettbewerb in Luxemburg am Donnerstag fordern die SPD-Europaabgeordneten volle Transparenz bei Tests zur Abgasmessung von Volkswagen und allen anderen Autoherstellern, die möglicherweise Geräte verwenden, die Abgaswerte manipulieren.

„Wir brauchen volle Transparenz und Aufklärung während der umfassenden Untersuchung dieses Skandals", so Matthias GROOTE, umweltpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten im Europaparlament. „Es muss Klarheit darüber geschaffen werden, welche Auswirkungen die Manipulation der Testergebnisse durch das sogenannte Abschaltgerät – ein hochentwickelter Software-Algorithmus – in Amerika und Europa hat.“

"Die betrügerischen Abgasmessungen in der Automobilindustrie sind skandalös", sagt Evelyne Gebhardt, verbraucherpolitische Sprecherin der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament. "Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist wichtig, dass ihre berechtigten Ansprüche auf korrekte Abgas-Angaben jetzt schnell umgesetzt werden. Die Rückrufaktionen müssen so umfassend sein, dass sie tatsächlich alle betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher entschädigen."

"Der neue Test unter realistischen Bedingungen muss sicherstellen, dass die im Test gemessenen Emissionen auch den tatsächlichen Ausstoß widerspiegeln, so dass die Autos auf dem Markt endlich die vor zehn Jahren beschlossenen Grenzwerte des EURO-6-Standards erfüllen", ergänzt Matthias GROOTE, der Berichterstatter der EURO-5 und -6-Standards im federführenden Umweltausschuss war. "Die Kommission und die Mitgliedstaaten müssen jetzt schnellstmöglich den geforderten neuen Test für Realbedingungen (RDE) entwickeln und umsetzen.“

"Die Versuche der EU-Kommission und des Europäischen Parlaments, Abgastests unter realistischen Fahrbedingungen zu entwickeln und als allgemeinverbindlich durchzusetzen, sind bisher am Widerstand der autoproduzierenden Mitgliedsländer gescheitert", sagt Evelyne Gebhardt. "Damit muss jetzt Schluss sein." Die Sozialdemokratin befürchtet andernfalls einen massiven Vertrauensverlust der Verbraucherinnen und Verbraucher. "Es ist nur recht und billig, dass Verbraucher  beim Autokauf zukünftig sowohl den tatsächlichen Schadstoffverbrauch ihres Wagens kennen als auch den tatsächlichen Treibstoffverbrauch bei durchschnittlichem Fahrverhalten, denn Abgaswerte und Treibstoffverbrauch sind ein wesentliches Kriterium für die Kaufentscheidung."

Weitere Informationen: Büro Gebhardt +32 228 38466, Büro Groote  +32 228 37431, Jan Rößmann +32 473 864 513 (Pressesprecher)