Jo LEINEN

28.5.2018

Plastikmüll den Kampf ansagen

Europa-SPD fordert drastische Eindämmung von Einwegprodukten

„Einwegprodukte und Mikroplastik müssen drastisch reduziert werden. Sie landen besonders häufig in der Umwelt und verstärken die Vermüllung der Meere. Dieses Problem läuft aus dem Ruder. Europa muss vorangehen und mit einheitlichen und verbindlichen Regeln gegensteuern“, mahnt SPD-Umweltschutzexperte Jo Leinen. Die Europäische Kommission hat am Montag, 28. Mai 2018 eine Richtlinie vorgestellt, um die Umweltschäden durch bestimmte Kunststoffprodukte zu verringern.

„Es gibt viele Produkte wie Trinkbecher und Strohhalme, die nur wenige Minuten benutzt werden, aber danach als Abfall in der Umwelt auftauchen und Schaden an Natur und Tierwelt anrichten. Jährlich werden allein in der EU 36 Milliarden Strohhalme weggeworfen. Bequemlichkeit darf nicht wichtiger sein als Umweltschutz“, warnt Jo Leinen, Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments. „Alternative umweltfreundliche Materialien und Produkte stehen zur Verfügung.“

„Bestimmte Kunststoffprodukte sind nur zum einmaligen Gebrauch ausgelegt, werden dann oft nicht entsorgt und recycelt. Die neuen Maßnahmen der EU sollten nicht nur darauf abzielen, Plastik zu recyceln, sondern Plastikabfälle deutlich zu reduzieren. Wir brauchen Aufklärungskampagnen über die Folgen unachtsam weggeworfener Plastikabfälle. Sie gelangen oft über Flüsse in die Meere und werden zum Feind von Tier- und Pflanzenarten“, so Jo Leinen.

„Selbstverpflichtungen von Supermärkten und Restaurants werden nicht ausreichen, um das Problem zu lösen. Stattdessen sollten verbindliche EU-weite Spielregeln aufgestellt werden, die von Verbraucherinnen und Verbraucher sowie von Unternehmen gut umsetzbar sind“, erklärt Jo Leinen. Der Kommissionsvorschlag gehe hier offenbar in die richtige Richtung.

Der Vorschlag der Kommission dient der Umsetzung der Plastikstrategie, die im Januar 2018 vorgestellt wurde. Europa soll sich zu einer Kreislaufwirtschaft entwickeln. In den nächsten Monaten wird sich nun das Europäische Parlament mit den Regeln für Einwegplastik beschäftigen.

Weitere Informationen: Büro Leinen +32 228 45842 und Jan Rößmann +32 473 864 513 (Pressesprecher)