Petra KAMMEREVERT

7.12.2018

Kultur muss für alle zugänglicher werden

Abschlussfeier des Europäischen Kulturerbejahres 2018

Die Kulturausschussvorsitzende des Europäischen Parlaments, Petra Kammerevert, zieht am Freitag, 7. Dezember 2018, in Wien Bilanz zum Europäischen Jahr des kulturellen Erbes.

"Ungeachtet ihres enormen Potentials für den sozialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Entwicklung der europäischen Staatengemeinschaft ist die Kultur ein weithin vernachlässigtes Politikfeld, das dringend einer Aufwertung bedarf. Kultur muss von der Peripherie in das Zentrum europäischer Politik rücken. Hierfür war das Kulturerbejahr ein gelungener Anfang“, so Petra Kammerevert, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten und Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung.

Die Idee des Kulturerbejahres geht auf eine Initiative des Europäischen Parlaments zurück. Über die vergangenen zwölf Monate hinweg wurde den europäischen Bürgerinnen und Bürgern das gemeinsame Kulturerbe im Rahmen tausender Veranstaltungen auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene bewusster gemacht.

„Das Jahr war zweifellos ein Erfolg. Nicht nur gelang es, für Kultur einen prominenten Platz auf der politischen Agenda der Europäischen Union zu erkämpfen. Auch ist zu erkennen, dass das Jahr zu einer positiven Bewusstseinsveränderung gegenüber unseres gemeinsamen Kulturerbes in breiten Kreisen der Zivilgesellschaft beigetragen hat“, sagt Petra Kammerevert. „Trotzdem war das Jahr nicht europäisch genug. Die Mehrzahl an Aktivitäten während dieses Jahres war auf spezifische regionale und vor allem nationale Kontexte beschränkt. Zudem blieb das Jahr, wenn zwar kein „Elitenprojekt“, so im Kern doch eher ein Projekt der ohnehin schon Kulturaffinen. Breitere Zielgruppen zu erreichen und vor allem diejenigen, die bislang an Kulturerbe nur geringes Interesses bekundet haben, gelang nur in beschränktem Umfang.“

„Hier liegt die große Herausforderung für die Zukunft. Kulturelle Bildung muss als integraler Bestandteil unserer Bildungssysteme - und zwar vom Kindergarten bis zur Hochschule - etabliert werden. Denn nur wer den Wert kultureller Güter kennt, weiß sie auch zu schätzen beziehungsweise zu schützen. Sogleich muss die Kultur zugänglicher werden. Die Teilnahme an kulturellen Angeboten darf keinesfalls in Abhängigkeit von der finanziellen Situation stehen“, fordert Petra Kammerevert. „Wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren des langsam zu Ende gehenden Kulturerbejahres ausruhen. Nunmehr gilt es, das Momentum über 2018 hinaus auszunutzen und ein Mehr an kulturpolitischen Anstrengungen zu wagen.“

Weitere Informationen: Büro Kammerevert +32 228 47554 und Hannah Cornelsen
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