Dietmar KÖSTER

8.12.2015

Kreative müssen fair vergütet werden

Kommission präsentiert Strategie zur Reform des Europäischen Urheberrechts

Das europäische Urheberrecht soll modernisiert werden. Die Strategie zur Überarbeitung hat die Europäische Kommission am Mittwoch vorgelegt. Das sieht der SPD-Europaabgeordnete Dietmar Köster positiv. „Das bisherige Urheberrecht ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten.“

Bislang ist das europäische Urheberrecht nur rudimentär an die digitale Welt angepasst worden. Dabei hat die Digitalisierung der Gesellschaft das Verhalten von Internetnutzern in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Die meisten digital genutzten Filme, Musikstücke, Bilder und Bücher sind urheberrechtlich geschützt, genau wie ihre Entsprechungen in der analogen Welt. „Allerdings verstoßen Nutzer bisweilen gegen das Urheberrecht, ohne dass es ihnen bewusst ist. Deshalb ist es höchste Zeit, dass wir neue Regeln für das Internet auf den Weg bringen“, erklärt Dietmar Köster.

„Auch die Situation der Kulturschaffenden muss überdacht werden. Ohne eine überarbeitete rechtliche Grundlage ist ihre finanzielle Situation äußerst unsicher, während Internetkonzerne wie Youtube mit der Arbeit anderer viel Geld verdienen“, sagt Dietmar Köster. „Es geht darum, faire und effiziente Vergütungssysteme für Kreative zu etablieren und nicht darum, das Internet stärker zu kontrollieren und zu überwachen. Das heißt, der Konsum künstlerischer Inhalte sollte zustimmungsfrei und vergütungspflichtig sein.“

Dietmar Köster sieht den Ansatz der Kommission insgesamt eher kritisch. „Die präsentierten Ideen fokussieren sehr auf den grenzüberschreitenden Markt, ohne dass dabei die Kulturschaffenden ausreichend bedacht werden. Ihre faire und angemessene Bezahlung muss unbedingt sichergestellt werden. Daran muss das Europäische Parlament, wenn es die Gesetzesvorschläge erhält, noch einiges verbessern.“

Weitere Informationen: Büro Köster +32 228 37607 und Andrea Bracht +32 473 930 060 (Pressereferentin)