PETRA KAMMEREVERT

12.9.2013

Kreativbranche ist Job-, Wirtschafts- und Innovationsmotor

Europäisches Parlament will Fortentwicklung von Kultur- und Kreativwirtschaft neuen Schwung geben

6,5 Millionen EU-Bürger arbeiten im Kultur- und Kreativsektor. Allein in Deutschland zählt die Branche über eine Million Beschäftigte. "Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird von einigen immer noch in ihrem Potenzial unterschätzt. Dabei wächst die Branche kontinuierlich, erwies sich bislang als krisenfest und schafft Arbeitsplätze, insbesondere für junge Menschen", stellt die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten Petra Kammerevert anlässlich des Berichts zur Unterstützung der europäischen Kultur- und Kreativwirtschaft fest, den das Europäische Parlament am Donnerstag verabschiedet hat.

"Bereits im August 2012 hat die SPD-Bundestagsfraktion im Kreativpakt (www.kreativpakt.org) zutreffend dargelegt, was in sozialen Sicherungssystemen, im Urheberrecht, in der Wirtschaftspolitik sowie in der Netz- und Bildungspolitik verbessert werden muss, um das Schaffen kreativ Tätiger in Deutschland ernsthaft zu fördern. Nun verdeutlichen wir in unserem Bericht, was europaweit hierfür getan werden muss", erläutert Petra Kammerevert den Parlamentsbeschluss.

Fraktionsübergreifend seien sich die Europaabgeordneten einig, dass den in der Kultur- und Kreativwirtschaft Tätigen der Zugang zu sozialen Sicherungssystemen erleichtert und an ihren Arbeitswelten angepasst werden müsse. "Die Tatsache, dass Künstler etwa kaum einer 38-Stunden Arbeitswoche nachgehen, stellt bislang für viele Arbeitslosen- oder Rentenversicherungen ein Riesenproblem dar. Diese Denkweise muss sich unbedingt zu Gunsten kreativ Tätiger öffnen", fordert die SPD-Kulturpolitikerin.

Darüber hinaus kritisiert das Europaparlament in seinem Bericht, dass die lebenslange, kulturelle Bildung aller Menschen EU-weit vernachlässigt werde und es zudem an Finanzierungsmöglichkeiten für innovative Unternehmensideen in der Kreativwirtschaft fehle. Petra Kammerevert sieht hier eine Entwicklung, der unbedingt entgegengewirkt werden müsse: "Neugründungen im kreativen Bereich können keine materiellen Sicherheiten für Kredite anbieten. Deshalb braucht es kompetente Finanzpartner, die den Erfolg sowie den kulturellen Wert innovativer, kreativer Konzepte bewerten und das Geschäftsrisiko richtig abschätzen können. Dafür ist kultureller wie wirtschaftlicher Sachverstand gefragt, den wir aus eigenem Interesse in allen EU-Mitgliedsländern stärker fördern sollten." Schließlich hätten kulturelle Waren und Dienstleistungen noch mehr zu bieten, als Wohlstand: Sie förderten den sozialen Zusammenhalt, den kulturellen Reichtum, die sprachliche Vielfalt und den interkulturellen Dialog in der Union und in der Welt.

Weitere Informationen: Büro Kammerevert: +32 491 362357 und Algara Stenzel +32 473 93 00 60 (Pressesprecherin)