Petra KAMMEREVERT

6.4.2017

Kommission muss bei Finanzierung des Solidaritätskorps Klarheit schaffen

Europäisches Parlament fordert frisches Geld für neue Jugendinitiative

Die EU-Kommission will den europäischen Jugendaustausch und Freiwilligenprojekte im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps fördern. Dieser Vorschlag hat im Europaparlament viel Zuspruch gefunden, allerdings fordern die Parlamentarier von der EU-Kommission eine Reihe von Klarstellungen. So mahnt die SPD-Europaabgeordnete Petra Kammerevert eine ausreichende und eigenständige Finanzierung für das Programm an. „Das Europäische Solidaritätskorps darf nicht auf Kosten anderer erfolgreicher Programme wie Erasmus+ gehen. Solange das Europäische Solidaritätskorps noch kein frisches Geld hat, müssen die Programme, durch die es finanziert wird, entsprechend aufgestockt werden“, sagt Petra Kammerevert, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung im Europäischen Parlament.

Das Europäische Solidaritätskorps soll jungen Menschen unter 30 Jahren die Möglichkeit bieten, freiwillige Hilfe zu leisten, zum Beispiel durch ein Engagement in Nichtregierungsorganisationen oder lokalen Behörden. Bislang hat die Kommission die im September 2016 von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vorgeschlagene Initiative allerdings weder mit einem eigenen Budget noch mit einer Gesetzesgrundlage ausgestattet. Auch die Träger und Organisationen, die das Europäische Solidaritätskorps mit Leben füllen sollen, wurden noch nicht optimal eingebunden. „Die Träger der Jugendarbeit und der Freiwilligendienste haben einen umfangreichen Wissens- und Erfahrungsschatz, wenn es um Projekte dieser Art geht. Deshalb sollten sie bei der Entwicklung und Umsetzung des Europäischen Solidaritätskorps besser beteiligt werden“, so Petra KAMMEREVERT.

Der Europäische Freiwilligendienst, in dessen Rahmen in den vergangenen 20 Jahren rund 100.000 junge Menschen gemeinnützige Projekte im Ausland unterstützt haben, müsse auch nach Einrichtung des Solidaritätskorps eigenständig bleiben, stellt Petra Kammerevert klar. „Hierbei muss insbesondere sichergestellt werden, dass die bisherigen Errungenschaften des Europäischen Freiwilligendienstes nicht geschwächt werden. Der Aufbau von Doppelstrukturen wäre ineffektiv.“

Bisher haben bereits 25.000 junge Menschen online ihr Interesse am Solidaritätskorps angemeldet. „Mit Blick auf die hohe Zahl von Interessenten muss die Kommission rasch ein überzeugendes Konzept vorlegen. Es kann nicht sein, dass von den 25.000 Interessenten schlussendlich nur die Hälfte teilnehmen kann - dann würde die Begeisterung schnell in Frustration umschlagen“, so Petra Kammerevert.

Weitere Informationen: Büro Kammerevert +32 228 47554 und Angelika Pentsi +32 473 930 060 (Pressereferentin)