Sylvia-Yvonne KAUFMANN

27.7.2016

Klare Kante für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit

EU-Kommission leitet zweite Stufe im Verfahren gegen Polen ein

„Es ist richtig, dass die Europäische Kommission diesen Schritt geht und deutlich zeigt, dass die Gefährdung der Rechtsstaatlichkeit in einem EU-Mitgliedstaat nicht geduldet wird“, sagt die SPD-Europaabgeordnete Sylvia-Yvonne Kaufmann, Mitglied im Innenausschuss, zur Entscheidung der EU-Kommission im Verfassungsstreit mit der polnischen Regierung um Ministerpräsidentin Beata Szydło die zweite Stufe des sogenannten Rechtsstaatsmechanismus zu aktivieren. „Dass Szydło die Bedenken der EU-Kommission in den Wind schlägt, ist völlig unverständlich. Das neue Gesetz zur Reform des Verfassungsgerichts bringt keine substantielle Verbesserung der Situation und ist Augenwischerei“, so die Europaparlamentarierin.

Vor allem der Konflikt um das Verfassungsgericht und dessen faktische Ausschaltung durch die Regierung hatte in der EU Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit in Polen hervorgerufen. Infolge der Auseinandersetzung zwischen der Europäischen Kommission und der polnischen Regierung um das Verfassungsgericht hatte die Regierung die Reform des Verfassungsgerichts überarbeitet. Zentrale Anliegen der EU-Kommission blieben in diesem neuen Gesetz jedoch unberücksichtigt. „Die polnische Regierung muss endlich die Autorität des Verfassungsgerichts anerkennen und das Urteil vom 9. März veröffentlichen“, fordert Sylvia-Yvonne Kaufmann.

Da die Gespräche mit Warschau offenkundig nicht zum Einlenken der polnischen Regierung führten, hat die EU-Kommission die zweite Stufe des EU-Rechtsstaatsmechanismus aktiviert und konkrete Empfehlungen an die polnische Regierung gerichtet. Warschau ist verpflichtet diese Empfehlungen innerhalb von drei Monaten umzusetzen. „Wir Europäerinnen und Europäer zeigen hiermit der polnischen Zivilgesellschaft, dass wir im Kampf für Demokratie und Rechtstaatlichkeit an ihrer Seite stehen“, so Sylvia-Yvonne Kaufmann. „Die polnische Regierung muss jetzt liefern, im Sinne aller 38 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die sie vertritt.“

Auch US-Präsident Barack Obama hatte sich im Rahmen des NATO-Gipfels in Warschau kritisch über die aktuelle Lage in Polen geäußert. „Die PiS-Regierung riskiert mit ihrem Vorgehen das internationale Ansehen des Landes zu beschädigen“, warnt Sylvia-Yvonne Kaufmann.

Weitere Informationen:  Pressestelle der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament  +32 2 284 3190.