Susanne MELIOR

17.5.2017

Keine neuen Gen-Pflanzen zulassen

Parlament widerspricht Zulassung von Gen-Mais und Gen-Baumwollsorte in Europa

Das Europaparlament hat sich am Mittwoch, 17. Mai, mit großer Mehrheit gegen die Zulassung jeweils einer neuen gentechnisch veränderten Mais- und Baumwollsorte in der Europäischen Union ausgesprochen. Die beiden Pflanzen, um die es geht, werden außerhalb der EU angebaut und sollen nach Willen der EU-Kommission in die EU importiert und hier als Lebens- und Futtermittel verwendet werden dürfen. „Gentechnisch veränderte Pflanzen, die gegen Pestizide resistent sind, haben bei uns nichts zu suchen. Solche Pflanzen erhöhen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, was für Menschen und Umwelt schädlich ist. Auch wenn dieser Mais und die Baumwolle nicht in der Europäischen Union angebaut werden, sind wir hier mitverantwortlich“, erklärt die SPD-Europaabgeordnete Susanne Melior, Mitglied des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Der Mais, um den es in dem Widerspruch geht, ist gegen zwei verschiedene Pflanzenschutzmittel resistent. Die Baumwollsorte ist gegen ein Pflanzenschutzmittel resistent. Durch die Resistenz können die jeweiligen Pestizide ohne Auswirkungen auf die angebauten Pflanzen genutzt werden, was den Einsatz also befördert.

Über ein Dutzend Widersprüche gegen die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen hat das Europäische Parlament seit 2015 bereits verabschiedet. Susanne Melior fordert, dass auch die Mitgliedstaaten Verantwortung übernehmen, wenn es um Genpflanzen geht: „Regelmäßig enthält sich Deutschland im zuständigen Ausschuss der Europäischen Union der Stimme. Damit stiehlt sich die Bundesregierung aus der Verantwortung. So kann es nicht weitergehen. Wir werden den Prozess der Zulassung komplett überarbeiten müssen. Ob wir Gen-Pflanzen in der EU haben wollen, ist nicht nur eine technische, sondern vor allem eine politische Entscheidung. Die Mehrheit der Bürger will keine Gentechnik.“

Weitere Informationen: Büro Melior +33 3881 75183 und Angelika Pentsi +32 473 930 060 (Pressereferentin)