Susanne MELIOR

7.11.2017

Kampf gegen multiresistente Keime auch im Schweinestall

Weltgesundheitsorganisation fordert Maßnahmen gegen Antibiotika-resistente Erreger bei Nutztieren

Die SPD-Europaabgeordnete Susanne Melior begrüßt den Vorstoß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für neue Richtlinien zur Verwendung von Antibiotika bei Nutztieren. Nach dem Vorschlag, den die WHO am Dienstag, 7. November, vorgestellt hat, sollten Antibiotika nur unter tierärztlicher Aufsicht verwendet werden. Eine vorbeugende Behandlung von Tieren mit Antibiotika müsse untersagt werden.

Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung muss streng reglementiert und insgesamt heruntergefahren werden, da wir sonst der Entstehung weiterer multiresistenter Keime Vorschub leisten. Im Europarlament haben wir schon 2016 der Verordnung zu Tierarzneimitteln zugestimmt, in der diese Forderungen verankert sind. Doch leider bewegen sich die Mitgliedstaaten nicht. Der Rat muss endlich Entscheidungen treffen, damit wir in diesem wichtigen Punkt vorankommen“, sagt Susanne Melior, SPD-Europaabgeordnete im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

In der EU gibt es nach Angaben der EU-Kommission jährlich schätzungsweise 25.000 Todesopfer, weil sich viele Krankheitserreger nicht mehr durch Antibiotika bekämpfen lassen. Die sogenannten antibiotikaresistenten Keime stellen eine akute Gefahr für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union dar. Sie verursachen Gesundheitsausgaben in Milliardenhöhe. Einer der Hauptgründe für die Entstehung dieser Resistenzen ist der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung.

„Die EU-Verordnung enthält neben den Forderungen nach einem strengeren Antibiotika-Einsatz noch weitere wichtige Elemente wie ein europaweites Beobachtungssystem für Antibiotikaresistenzen. Deshalb ist es wichtig, dass die Verordnung so schnell wie möglich durch die Mitgliedstaaten verabschiedet wird“, erklärt Susanne Melior.

Weitere Informationen: Büro Melior +32 28 45183 und Angelika Pentsi +32 473 930 060 (Pressesprecherin)