Susanne MELIOR

3.2.2016

Gesundheit geht über Profit!

Europaparlament widerspricht der Zulassung neuer giftresistenter Gen-Sojasorten

Europaparlamentarier setzen sich für gesunde Lebensmittel ein: Am Mittwoch werden die Europa-Abgeordneten voraussichtlich gegen den Beschluss der EU-Kommission zur Zulassung dreier gentechnisch veränderter Sojasorten stimmen.

"Die Gen-Sojasorten könnten extrem gesundheitsschädlich sein“, erklärt Susanne Melior, SPD-Europaabgeordnete im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments. „Sie sind gegen das Pflanzengift Glyphosat immun - und Glyphosat steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein.“

„In einer Studie der Weltgesundheitsorganisation stuft sie das Pflanzengift als potentiell krebserregend ein. Darüber hinaus wird befürchtet, dass Glyphosat auch andere schwere Gesundheitsschäden und Missbildungen verursachen kann. Möglicherweise muss das Mittel also komplett verboten werden. Die Untersuchungen laufen zurzeit. Solange die Unbedenklichkeit von Glyphosat nicht eindeutig erwiesen ist, dürfen wir den Einsatz dieses Giftes in der Landwirtschaft nicht auch noch durch Gensoja-Importe in die EU fördern“, sagt Susanne Melior.

Das gesamte Verfahren zur Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen muss reformiert werden, fordern die Sozialdemokraten. Mit großer Mehrheit hatte das Parlament im Oktober 2015 einen Vorschlag der EU-Kommission zurückgewiesen, der völlig unzureichend war. Das Parlament fordert die EU-Kommission auf, einen neuen Vorschlag vorzulegen.

„Prinzipiell dürfen keine neuen gentechnisch veränderten Organismen auf den europäischen Markt gelangen, solange das Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen in der Europäischen Union nicht reformiert wurde", fordert Susanne Melior. „Für uns Sozialdemokraten steht fest, dass wir den Anbau von gentechnikfreien Eiweißpflanzen hier bei uns in Europa fördern müssen. Gesundheit geht über Profit!“, erklärt Susanne Melior.

Im Dezember 2015 hat das Europaparlament bereits einen Einwand gegen die Zulassung einer genveränderten Maissorte angenommen, die ebenfalls gegen Glyphosat resistent ist.

Weitere Informationen: Büro Melior +32 22 84 51 83 und Andrea Bracht +32 473 930 060 (Pressereferentin)