Kerstin Westphal

20.11.2013

Es geht um Gerechtigkeit

Europäisches Parlament sagt ‚Ja’ zur Frauenquote

Die Europaabgeordneten wollen börsennotierte Unternehmen in der EU dazu verpflichten, bis zu 40 Prozent ihrer Aufsichtsratposten ab 2020 mit Frauen zu besetzen. Fraktionsübergreifend stimmte eine breite Mehrheit des Europäischen Parlaments am Mittwoch in Straßburg für eine verbindliche Frauenquote. Künftig sollen weibliche Bewerberinnen mit gleicher Qualifikation den Vorrang erhalten bei der Postenvergabe im höchsten Entscheidungsgremium von Aktiengesellschaften. Wenn sich die Firmen nicht daran halten, drohen ihnen Strafen. Ausgenommen sind kleine und mittlere Unternehmen.

Zufrieden, wenn auch nicht begeistert, erklärt die SPD-Europaabgeordnete Kerstin WESTPHAL nach der Plenarabstimmung: "Bei der Entscheidung für eine verbindliche Geschlechterquote geht es schlichtweg um Gerechtigkeit. Frauen stoßen auf ihrem beruflichen Weg immer wieder an gläserne Decken, die wir endlich durchbrechen müssen. Dafür braucht es im 21. Jahrhundert leider immer noch eine Quote. Denn wir möchten gut qualifizierten Frauen die gleichen Möglichkeiten geben wie ihren männlichen Kollegen, ihre Fähigkeiten einzusetzen und unter Beweis zu stellen."

Kerstin Westphal weiter: "Ich hätte mir zwar gewünscht, dass das Parlament eine weitergehende Quote auch für börsennotierte klein- und mittelständische Unternehmen und ihre Vorstände fordert. Das war aber mit den Bremsern aus dem  konservativen und liberalen Lager nicht zu machen. Immerhin ist es uns gelungen, unseren Antrag nach verschärften Sanktionen bei Nicht-Einhaltung der Quote durchzusetzen." So sollen die Mitgliedstaaten künftig Unternehmen, die die Quote nicht umsetzen, von öffentlichen Ausschreibungen ebenso ausschließen können wie vom Erhalt europäischer Fördergelder.

Abschließend betont Kerstin Westphal: "Allen Unkenrufen zum Trotz ist eine verpflichtende Quote nicht tot. Im Gegenteil – sie wird nach dieser Abstimmung umso wahrscheinlicher!"

Nach der Plenarabstimmung ist nun der Ministerrat am Zug. Aus den Mitgliedstaaten gibt es nämlich weiterhin Widerstände gegen eine europäische Regelung. Nicht zuletzt die nun abgewählte schwarz-gelbe Bundesregierung hatte trotz anderslautender Meinungen in den eigenen Reihen gegen eine Geschlechterquote mobil gemacht.

Für weitere Informationen: Büro Westphal +33 3 881 75534 und Algara Stenzel +32 473 930 060 (Pressesprecherin)