Constanze Krehl

22.10.2013

Erzkonservative schreien Berichterstatterin für Frauenrechte nieder!

Abstimmung über Initiativbericht zur sexuellen Gesundheit im Europäischen Parlament verschoben

Aufgebrachte ultrarechte und konservative Abgeordnete haben am Dienstag im Plenum des Europaparlamentes eine Abstimmung über sexuelle Gesundheitsrechte durch aggressives Schreien im Plenum verhindert und eine reguläre Entscheidung unmöglich gemacht.

Der Vorschlag der Sozialdemokratin Edite Estrela sieht etwa qualitativ hochwertige Dienstleistungen im Bereich der Familienplanung sowie kompetente Beratung von Fachkräften für junge Mädchen und Frauen vor. Zudem geht es in dem Bericht um einen europäisch harmonisierten Sexualkundeunterricht, damit das Risiko ungewollter Schwangerschaften bei Frauen in sozial schwacher Lage sinkt. Weiterhin beschäftigt sich der Bericht etwa mit legalen Möglichkeiten der Abtreibung von Frauen in schwierigen Situationen, wie etwa nach Vergewaltigungen.

„Es ist ein unglaubliches Zeichen für Intoleranz, dass Erzkonservative solche Frauenrechte durch bloßes Niederschreien verhindern“, sagt die SPD-Europaabgeordnete und Frauenrechtsexpertin Constanze Krehl. Dieser Bericht wurde zuvor kontrovers diskutiert, doch anstatt offene Fragen durch demokratische Abstimmung zu klären, wurde ausgebuht, geschrien und gepöbelt. "Ein unglaublicher und beschämender Vorgang", so Constanze Krehl.

Der Bericht war zuvor im Frauenausschuss des Europäischen Parlamentes mit einer großen Mehrheit aller Fraktionen verabschiedet worden.

„Für diese Standards haben Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in ganz Europa seit Jahrhunderten gekämpft, sagt Constanze Krehl: „Abgesehen davon, dass die Forderung des Europäischen Parlament nach Hilfe für notleidende Frauen jetzt ausbleibt, ist es unangemessen und respektlos dieser Volksvertretung gegenüber, Abstimmungen in dieser Form zu verschleppen.“

Weitere Informationen: Büro Krehl +32 2 28 37559 und Jan Rößmann +32 473 864 513 (Pressesprecher