Susanne MELIOR

25.2.2016

Die Dosis macht das Gift

Rückstände des Pestizids Glyphosat in deutschem Bier nachgewiesen

Einer Untersuchung des Umweltinstituts München zufolge wurde in 14 in Deutschland konsumierten Bieren hohe Rückstände des Pflanzengiftes Glyphosat entdeckt. „Ich bin entsetzt!“, kommentiert Susanne Melior, SPD-Europaabgeordnete im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments.

„Die betroffenen Brauereien müssen dringend untersuchen, woher diese hohen Werte stammen. Zwar hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit das Pestizid Glyphosat erst im November als nicht krebserregend eingestuft, aber in einigen Biersorten fand sich eine bis zu 300-mal höhere Dosierung, als sie im Trinkwasser erlaubt ist. Das finde ich mehr als bedenklich. Schließlich macht die Dosis das Gift."

Die Europäische Kommission will die Zulassung des umstrittenen Pflanzengifts um weitere 15 Jahre verlängern. Die Mitgliedstaaten diskutieren am 7. März diesen Vorschlag. "Wenn die Bundesregierung eine Wiederzulassung von Glyphosat verhindern will, muss sie dagegen stimmen!“, fordert Susanne Melior. „Nur so kann die EU von dem Pestizid befreit werden. Damit wäre für die Zukunft der Weg frei, dass in Deutschland mit deutschen Zutaten gebrautes Bier kein Glyphosat mehr enthalten würde und auch andere hier produzierte Lebensmittel nicht kontaminiert sind."

Da durch zunehmende Globalisierung und internationalen Handel viele Rohstoffe auch von außerhalb in die EU gelangen, ist die Gefahr jedoch auch weiterhin gegeben. "Die Brauereien sollten sich überlegen, ob sie ihren Kunden weiterhin mit Glyphosat verunreinigtes Bier zumuten wollen.“

Glyphosat ist der Hauptwirkstoff in Pflanzengiften, die in Deutschland und der ganzen Welt verbreitet eingesetzt werden. Für Trinkwasser gilt ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter, in den getesteten Bieren wurden Rückstände von 0,46 bis 29,74 Mikrogramm pro Liter gemessen. Ein Mikrogramm entspricht einem Millionstel Gramm.

Weitere Informationen: Büro Melior +32 2 28 45183 und Andrea Bracht +32 473 930 060 (Pressereferentin)