Susanne MELIOR

17.2.2016

Antibiotika sind kein Mastfutter!

Umweltausschuss stimmt über Gesetzesentwurf zur Medikation von Tieren ab

Dem Einsatz von Antibiotika für Tiere muss Einhalt geboten werden. Einem entsprechenden Gesetzesentwurf wird der Umweltausschuss im Europaparlament am Mittwoch voraussichtlich zustimmen.

„Reserveantibiotika müssen Menschen helfen, bei denen herkömmliche Medikamente nicht anschlagen! In der Tiermast haben diese Arzneimittel nichts verloren“, erklärt Susanne MELIOR, SPD-Europaabgeordnete im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments. „Durch den verschwenderischen Einsatz von Antibiotika bei Tieren befeuern wir die Entstehung weiterer multiresistenter Keime. Die werden nicht nur den Tieren, sondern auch uns Menschen gefährlich. Deshalb ist es höchste Zeit, dass der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung generell gesenkt wird.“

„Schlechte und nicht artgerechte Tierhaltung darf nicht durch die Verabreichung von Tierarznei ausgeglichen werden! Der prophylaktische Einsatz von Antibiotika wird nach diesem Gesetzesentwurf deshalb verboten. So schließen wir aus, dass auch gesunde Tiere routinemäßig Antibiotika bekommen“, erklärt Susanne MELIOR. Die Daten über die verabreichten Mengen an Antibiotika an Tieren sollen in Zukunft gesammelt werden, um so einen besseren Überblick über die europaweite Verwendung zu erhalten.

Die Verwendung von Tierarzneimitteln hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Umwelt. Rückstände von Arzneimitteln im Boden oder im Wasser müssen gemeldet werden. Das gleiche gilt bei unbeabsichtigten Nebenwirkungen der Medikamente. Insbesondere Antibiotikaresistenzen sollen durch das europaweit einheitliche Beobachtungssystem frühzeitig erkannt werden.

Im September 2014 legte die EU-Kommission einen Gesetzesentwurf zu Tierarzneimitteln vor, der den Besonderheiten des Tierarzneimittelbereiches Rechnung trägt. Nach anderthalb Jahren intensiver Beratung konnten im Umweltausschuss fraktionsübergreifend 39 Kompromissanträge geschlossen werden. Das Parlament wird voraussichtlich in der Plenarsitzung im Mai über die Verordnung abstimmen.

Weitere Informationen: Büro Melior +32 2 28 45183 und Andrea Bracht +32 473 930 060 (Pressereferentin)