Zulassung von Glyphosat beleuchten

Es ist regelrecht zum Reizwort geworden: Glyphosat. Das Unkrautvernichtungsmittel sorgt seit einiger Zeit für hitzige politische und gesellschaftliche Debatten. Die Kritiker halten das Mittel für krebserregend beziehungsweise monieren, dass die Chemikalie zur Zerstörung der Artenvielfalt beitrage. Die Fraktionschefs des Europaparlaments haben daher am Donnerstag, 18. Januar 2018, einstimmig beschlossen, dass sich ein Sonderausschuss mit der Neuzulassung von Glyphosat befassen soll.

Zentrale Aufgabe des Sonderausschusses ist es, die Prozesse bei der Zulassung von Glyphosat sowie bei Pestiziden im Allgemeinen zu überprüfen. Dabei sollen auch die sogenannten Monsanto Papers eine zentrale Rolle spielen. So soll der Ausschuss feststellen, ob Monsanto bei der Zulassung von Glyphosat möglicherweise mit gefälschten Studien die Bewertungen der europäischen Agenturen entscheidend beeinflusst hat. Die europäischen Prüfstellen stützen sich bisher aus Kostengründen auf Industriegutachten, was Zweifel an ihrer Unabhängigkeit geweckt hat.

Für uns steht fest: Eine Landwirtschaft ohne krebserregende Stoffe sollte selbstverständlich sein. Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Europaparlament kritisieren, dass die Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel intransparent sind und fordern, den Zulassungsprozess in Europa grundlegend zu überprüfen und gegebenenfalls zu reformieren.

Es gilt als wahrscheinlich, dass das Plenum der Zulassung des Sonderausschusses mit breiter Mehrheit zustimmt. Der Sonderausschuss soll aus 30 Abgeordneten aus allen Fraktionen bestehen, im März seine Arbeit aufnehmen und bis Ende des Jahres arbeiten.

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