Keine Abholzung von Regenwäldern für Palmöl

Ob Fertigpizza, Schokocreme, Bodylotion oder Waschpulver - in diesen und vielen weiteren Alltagsprodukten ist Palmöl enthalten. Daneben ist das Öl für die Herstellung von Biokraftstoffen und für die Energieerzeugung essenziell. Allein die Europäische Union verbraucht 7 Millionen Tonnen pro Jahr und ist damit der zweitgrößte Importeur. Dabei wurden allein 60 Prozent der Palmölimporte in die EU verwendet, um den Bedarf für Biokraftstoffe und Energieerzeugung zu decken. Und der Bedarf steigt, sodass auch die Produktion weiter hochgefahren wird. Dies geht jedoch massiv auf Kosten der Regenwälder, insbesondere in Indonesien und Malaysia. Denn um Agrarflächen für Palmöl zu schaffen, werden Regenwälder großflächig gerodet. Dabei werden zudem große Mengen Kohlenstoffdioxid freigesetzt, und auch der Lebensraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wird bedroht. Nicht zuletzt werden häufig die Rechte der lokalen Bevölkerung verletzt, wenn Palmölplantagen geschaffen und bewirtschaftet werden. Das soll sich nun ändern.

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat im März 2017 einen Initiativbericht zu Palmöl und der Rodung von Regenwäldern mit breiter Mehrheit angenommen. Darin fordert der Ausschuss die EU-Kommission auf, einen Aktionsplan zu entwickeln, der verhindern soll, dass der Palmölkonsum der EU zur Abholzung von Regenwäldern führt. Das in der EU genutzte Palmöl soll unter ökologischen, sozialen und ökonomisch korrekten Bedingungen produziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss eng mit den produzierenden Staaten zusammengearbeitet werden. Die EU soll staatliche Institutionen sowie die lokalen Erzeuger auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung unterstützen.

Die Sozialdemokraten fordern zudem ein verpflichtendes System zur Zertifizierung von Palmöl - mit einheitlichen Kriterien für eine nachhaltige Produktion. Ein Zeichen soll dem Verbraucher helfen zu erkennen, ob das Produkt unter fairen Bedingungen hergestellt wurde. So könnte der Druck auf die Industrie und das Bewusstsein für die Folgen des Palmöl-Konsums erhöht und der Konsum reduziert werden. Derzeit existieren verschiedenen Arten von freiwilligen Zertifizierungssystemen, die jedoch keine einheitlichen Kriterien nutzen und daher wenig Aussagekraft haben. Wir SPD-Europaabgeordnete wollen, dass Palmöl möglichst bis zum Jahr 2020 nicht mehr in Biokraftstoffen verwendet wird.

Mit der Abstimmung kommende Woche in Straßburg ist ein wichtiger Schritt getan. Wenn das Parlament den Initiativbericht annimmt, ist die EU-Kommission am Zug, entsprechende Gesetze vorzulegen. 

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