Erasmus wird 30!

Mit der spanischen Kommilitonin ein Referat vorbereiten, mit dänischen Studenten in einer WG leben, mit den britischen Freunden abends Party machen: Mehrere Millionen Europäerinnen und Europäer hatten bereits dank ERASMUS+ die Chance, im Ausland zu leben, zu studieren oder zu arbeiten. Ein ERASMUS+-Jahr ist für viele Jugendliche eine einzigartige Erfahrung, von der sie ihr Leben lang profitieren. Weil sie Freunde finden, nicht selten auch den Lebenspartner. Weil sie eine neue Sprache lernen und eine fremde Kultur hautnah erleben. Weil sie erfahren, was Europa bedeutet. Erasmus ist ein Musterbeispiel für gelebte europäische Integration und eine der erfolgreichsten EU-Initiativen. Kein zweites europäisches Programm ist so fest im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger verankert wie dieses. Nun feiert ERAMUS+ seinen 30. Geburtstag.

ERASMUS wurde 1987 zunächst eingerichtet, um Hochschulstudierenden Auslandssemester zu ermöglichen. Über die Jahre hinweg sind Austauschprogramme für Auszubildende, junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Schülerinnen und Schüler hinzugekommen sowie ein Freiwilligendienst, grenzüberschreitende Initiativen in der Jugendarbeit und in der Erwachsenenbildung. Diese Initiativen wurden 2014 in einem einzigen Programm, ERASMUS+, zusammengeführt. Über die drei Jahrzehnte hinweg haben mehrere Millionen junge Menschen an ERASMUS beziehungsweise ERASMUS+ teilgenommen.

Und wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Europaparlament kämpfen dafür, dass es noch viel mehr werden. In Zukunft soll jeder Mensch unter 27 Jahren die Chance haben, an mindestens einem der Programmteile teilzunehmen. Hierfür bedarf es mindestens einer Verdoppelung der finanziellen Mittel in der nächsten Programmperiode. Zusätzlich sollten insbesondere Menschen aus benachteiligten Verhältnissen eine bessere Förderung erfahren. Mobilität und Bildung dürfen kein Privileg Weniger bleiben. Das Parlament wird sich nach der Sommerpause intensiv mit der Neuauflage des künftigen Programms beschäftigten.

Zunächst aber wird gefeiert: Europäisches Parlament, Europäische Kommission und der Rat der Europäischen Union begehen kommenden Dienstag in Straßburg gemeinsam das 30-jährige Bestehen von ERASMUS.

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