Endlich Durchblick beim Energielabel

Eigentlich ist es eine hervorragende Idee: Das Energielabel soll Verbraucherinnen und Verbrauchern beim Kauf von Elektrogeräten auf einen Blick zu erkennen geben, ob es sich um ein energieeffizientes Produkt handelt oder nicht. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel. Der Haken: Weil die Geräte in den vergangenen Jahren so große technische Fortschritte gemacht haben, sind die momentan gültigen Effizienzklassen kaum noch aussagekräftig bzw. sorgen für Verwirrung. So rangieren zum Beispiel 73 Prozent der Waschmaschinen auf dem Markt in der höchsten Effizienzklasse A+++. Die Unterschiede zwischen diesen auf der höchsten Stufe eingeordneten Geräten lassen sich mit der derzeitigen Skala indes nicht erfassen. Hinzu kommt, dass A+ für einige Produktgruppen die beste und für andere die schlechteste Effizienzklasse ist. Darüber hinaus haben die Produktgruppen fast alle komplett unterschiedliche Skalierungen: A+++ bis D oder A bis G. Das Energielabel wird somit seiner Aufgabe als verbraucherfreundliches Orientierungsinstrument nicht mehr gerecht.

Um das zu ändern, hat die Europäische Kommission im Juli 2015 dem Europäischen Parlament einen Vorschlag zur Reform des Energielabes vorgelegt.

Die Europa-SPD hat sich für ein verbraucherfreundliches Energielabel eingesetzt. Alle Elektrogeräte sollen künftig ein neues Energielabel mit einer einheitlichen Skala von A bis G erhalten. Die gängigsten Haushaltsgeräte sollen bis spätestens Ende 2019 mit dem neuen Label ausgestattet werden.

Für eine stärkere und effizientere Marktüberwachung in allen Mitgliedstaaten soll künftig zudem der Aufbau einer Datenbank sorgen. Diese soll aus einer öffentlich zugänglichen Informationsseite für Verbraucher sowie einer geschützten Plattform mit technischen Daten für nationale Marktüberwachungsbehörden und der EU-Kommission bestehen.

Sollte das Plenum zustimmen, greift die Verordnung voraussichtlich ab Sommer 2017 in allen EU-Mitgliedstaaten. Die gängigsten Haushaltsgeräte sollen nach den Vorarbeiten dann bis spätestens Ende 2019 mit einem neuen Energielabel ausgestattet werden.

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