PECH

Fischereiausschuss

Foto: Rike, pixelio.de

Die Europäische Union hat sich vorgenommen, in den nächsten Jahren die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) grundlegend zu reformieren. Zu Recht: Die GFP ist in erheblichem Maße überarbeitungsbedürftig. Die Fischerei in ganz Europa kämpft mit wirtschaftlichen Problemen, gleichzeitig sind zahlreiche Bestände überfischt.

Durch das Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon wird das Europäische Parlament über die nun anstehende Reform gleichberechtigt mitentscheiden. Dabei haben wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Europäischen Parlament eine klare Vorstellung von einer erfolgreichen Reform. Wir wollen:

  • wirksame Maßnahmen gegen Überfischung und gegen illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei 
  • die deutliche Reduzierung von Beifängen 
  • den Abbau der in vielen Mitgliedsstaaten noch vorhandenen Überkapazitäten der Fischereiflotten
  • einen differenzierten Ansatz für die kleine Küstenfischerei
  • die Förderung eines wettbewerbsfähigen, stabilen, ökologisch nachhaltigen Aquakultursektors 
  • die Förderung einer EU-weiten ganzheitlichen Meerespolitik für ein ausgeglichenes Ökosystem und saubere Gewässer 
  • die Förderung der Forschung über die Meeresökosysteme
  • die gezielte Förderung moderner, selektiver, Beifang vermeidender Fanggeräte

Wir Sozialdemokratinnten und Sozialdemokraten fordern eine Dezentralisierung und Regionalisierung, jedoch keine Renationalisierung der Fischereipolitik und im Zuge dessen: mehr Flexibilität. Nicht alles muss in Brüssel entschieden werden, oft kann vor Ort schneller auf aktuelle Entwicklungen reagiert werden.

Einen wichtigen weiteren Bestandteil der GFP sehen wir in der Vermarktung: Die Stärkung der Marktposition für hochqualitativen Fisch regionaler Herkunft ist uns ein besonderes Anliegen.

Künftig müssen wir zudem die Abkommen mit Entwicklungsländern gerecht und entwicklungspolitisch sinnvoll gestalten. Wir brauchen dringend Kriterien für faire Fischereipartnerschaftsabkommen mit Drittländern. Dabei gilt es, ein besonderes Augenmerk auf die Beachtung der Entwicklungsziele und der Menschenrechte zu legen.

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