25.03.10
Anti-Mafia T-Shirts im Europäischen Parlament unerwünscht?
Unerfreuliche Bekanntschaft mit dem Sicherheitspersonal des Europäischen Parlaments musste eine jugendliche Besuchergruppe aus Sizilien machen, als sie am 25. März 2010 zum Europäischen Parlament kamen.
Die rund 80 Jugendlichen waren der Einladung des sozialdemokratischen Abgeordneten Rosario Crocetta nach Brüssel gefolgt, um mit Abgeordneten der S&D-Fraktion über die Rolle der Mafia zu diskutieren. Crocetta gilt als einer der bekanntesten Anti-Mafia-Kämpfer Italiens und steht aufgrund mehrerer Anschlagsversuche auf seine Person unter Polizeischutz.
Die jugendlichen Gäste Crocettas trugen anlässlich der geplanten Veranstaltung alle ein T-Shirt mit dem Slogan "No Mafia". Das Sicherheitspersonal bewertete die einheitliche Bekleidung jedoch als nicht genehmigte Demonstration und verwehrte der Gruppe den Eintritt ins Parlament.
Der Fraktionschef der Sozialdemokraten, Martin Schulz, zeigte sich entrüstet ob dieses unsensiblen Verhaltens: "Es ist nicht akzeptabel, dass Jugendliche, die für die Werte der Europäischen Union einstehen, auf diese Weise behandelt werden." Er kündigte an, das unangemessene Vorgehen des Sicherheitsdienstes auf der nächsten Konferenz der Präsidenten (Gremium der Fraktionsvorsitzenden der im Parlament vertretenen Parteien) zur Sprache zu bringen.
Der Sicherheitsdienst ließ die Jugendlichen erst passieren, nachdem diese ihre T-Shirts wieder ausgezogen hatten. Jedoch stellte er sie weiterhin unter Beobachtung und postierte vier Wachleute vor dem Konferenzsaal der S&D-Gruppe, um sicherzugehen, dass die T-Shirts ausgezogen blieben.

