23.01.12
Matthias Groote zum Vorsitzenden des Umweltausschusses gewählt
Matthias Groote wurde am heutigen Montag (23.01.2012) einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) im Europäischen Parlament gewählt.
Der Ausschussvorsitz wechselte turnusgemäß zur Hälfte der Legislaturperiode. Matthias Groote übernimmt das Amt von Jo Leinen, ebenfalls SPD-Europaabgeordneter, und wird es bis 2014 innehaben.
Groote setzt sich für eine ökologische Industriepolitik mit Augenmaß ein und will sein neues Amt nutzen, um zu einen echten Ausgleich zwischen Umwelt- und Industrieinteressen beizutragen. Besonders am Herzen liegt ihm die Klimapolitik, speziell das Thema Luftqualität.
Matthias Groote ist seit 2005 Mitglied des Europäischen Parlaments. Der Niedersachse ist mit 38 Jahren derzeit jüngster Ausschussvorsitzender im Abgeordnetenhaus.
Weitere Informationen unter www.matthias-groote.de.
18.01.12
Bernhard Rapkay zum stellvertretenden Fraktionsvoritzenden gewählt
Bernhard Rapkay wurde heute (18.01.2012) zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der S&D-Fraktion im Europäischen Parlament gewählt. Er erhielt 111 der 160 abgegebenen gültigen Stimmen. Damit ist nach der Wahl von Martin Schulz zum Präsidenten des Europäischen Parlaments ein zweiter deutscher Sozialdemokrat in eine wichtige Führungsposition ernannt worden.
Bernhard Rapkay gehört dem Europäischen Parlament seit 1994 an. Seit 2004 führtE er die Gruppe der SPD-Europaabgeordneten als deren Vorsitzender an. Er ist ordentliches Mitglied im Rechtsausschuss und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung.
Weitere stellvertretende Fraktionsvorsitzende wurden
Stephen Hughes (UK, 137 Stimmen),
Véronique de Keyser (BE, 118 Stimmen),
Libor Roucek (CZ, 111 Stimmen),
Enrique Guerrero Salom (ES, 108 Stimmen),
Sylvie Guillaume (FR, 104 Stimmen),
Rovana Plumb (RO, 94 Stimmen),
Patrizia Toia (IT, 90 Stimmen) und
Marita Ulvskog (SE, 86 Stimmen).
Außerdem wurden Edit Herczog (HU) zur Schatzmeisterin und die SPD-Europaabgeordnete Jutta Haug als eine von drei Rechnungsprüfern der S&D-Fraktion gewählt.
17.01.12
Gut aufgestellt: S&D-Fraktion wählt neuen Vorsitzenden

- Hannes Swoboda
Die sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament hat einen neuen Vorsitzenden: Am heutigen Dienstag gaben 102 Abgeordnete dem bisherigen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Hannes Swoboda ihre Stimme.
Swoboda betonte in seiner Antrittsrede, dass es den Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gelingen müsse, Lösungen in der aktuellen Krise aufzuzeigen. Im Zentrum der Handlungen müssten die Bürger und ein zukünftiges Wachstum stehen.
Die Wahlen fanden – genau wie die Präsidiumswahlen – turnusmäßig zur Hälfte der Legislaturperiode statt. Der Österreicher Hannes Swoboda folgt auf den deutschen Sozialdemokraten Martin Schulz, der die Fraktion in den vergangenen sieben Jahren angeführt hatte und heute Vormittag zum neuen Präsidenten des Europäischen Parlaments gewählt wurde. Zur Wahl hatten sich neben Swoboda auch die französische Delegationsvorsitzende Catherine Trautmann sowie der britische Labour-Abgeordnete Stephen Hughes gestellt.
Swoboda ist seit 1996 Mitglied des Europäischen Parlaments und war unter anderem parlamentarischer Geschäftsführer der sozialdemokratischen Fraktion.
Weitere Informationen zu Hannes Swoboda unter http://www.hannes-swoboda.at/.
Martin Schulz ist Präsident des Europäischen Parlaments!
Am heutigen Dienstag wurde unser Genosse Martin Schulz mit großer Mehrheit von den Abgeordneten im Europäischen Parlament zu ihrem Präsidenten gewählt. 387 Volksvertreter in Europa sprachen Martin Schulz ihr Vertrauen bereits im ersten Wahlgang aus. Er erhielt damit die absolute Mehrheit der Stimmen, die bei 336 Stimmen lag.
In seiner ersten Rede als Parlamentspräsident dankte Martin Schulz seinen Kolleginnen und Kollegen für das "überwältigende Ergebnis" und das ihm damit entgegen gebrachte Vertrauen - auch über die Fraktionsgrenzen hinweg. Dieses Vertrauen will er nicht enttäuschen und sich dafür einsetzen, dem "ganzen Hause" eine starke Stimme zu verleihen, gerade in Zeiten wie diesen, in denen das Scheitern der Europäische Union als "realistisches Szenario" erscheine. Europa sei eine faszinierende Idee, für die er auch in seinem neuen Amt eintreten werde.
Die Amtszeit des Präsidenten beträgt turnusmäßig zweieinhalb Jahre. Schulz wird die einzige unmittelbar gewählte europäische Institution damit bis zu den nächsten Europawahlen im Sommer 2014 repräsentieren. Er hat sich vorgenommen, dem Europäischen Parlament zu mehr Geltung zu verhelfen, damit es auch von der breiten Öffentlichkeit als das wahrgenommen wird, was es nach den Regelungen des Lissabon-Vertrages ist: Ein gleichwertiges und gleichberechtigtes Organ neben dem Rat und der Kommission, an dem keine Entscheidungen vorbei getroffen werden können.
Martin Schulz ist seit 1994 Mitglied des Europäischen Parlaments und führte vor seiner heutigen Wahl zum Parlamentspräsidenten die sozialdemokratische Fraktion im Parlament seit sieben Jahren als ihr Vorsitzender an. Er gilt als erfahrener und überzeugter Europäer, der dafür bekannt ist, sich für seine Überzeugungen einzusetzen.
Ein Porträt über Martin Schulz finden Sie auf der offiziellen Seite des Europäischen Parlaments.
Die offizielle Seite des neuen Präsidenten finden Sie hier.
14.10.11
Neues Besucherzentrum Parlamentarium eröffnet

- Foto: Europäisches Parlament
Heute hat das neue Besucherzentrum "Parlamentarium" in Brüssel seine Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Auf 5.400 Quadratmetern bietet es den Besucherinnen und Besuchern eine Erlebniswelt u.a. mit interaktiven Präsentationen zur Geschichte der EU, Informationen zu Arbeit und Einfluss des Parlaments sowie interaktiven Multimediatouren rund um das Europäische Parlament. Der Eintritt ist frei!
Das Parlamentarium soll zu mehr Transparenz beitragen und die Arbeit und Funktion der europäischen Volksvertretung und ihre Geschichte erklären. Dafür gibt es mehrere Multimediatouren in allen 23 EU-Amtssprachen, die es auch ermöglichen, mit Hilfe von Videobotschaften mit den Abgeordneten in Verbindung zu treten. Außerdem gibt es eine Projektion des Plenarsaals über einen digitalen 360-Grad-Rundbildschirm, eine 200 Quadratmeter große Europakarte mit interaktiven Punkten und für Schülergruppen ein Rollenspiel zu den EU-Gesetzgebungsprozessen.
Angeboten werden auch spezielle Führungen für Kinder zwischen 8 und 14 Jahren, die auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind. Für hörgeschädigte Besucher bietet das Parlamentarium spezielle Führungen und Multimediaführer mit Gebärdensprachenvideos in Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch an.
28.09.11
Endlich: Barroso stellt Pläne für Finanztransaktionssteuer vor

- Foto: Europäisches Parlament
Am heutigen Mittwoch stellte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Pläne seiner Behörde für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in den 27 Mitgliedstaaten der EU vor. Im Rahmen seiner Grundsatzrede zur Lage der Europäischen Union skizzierte er die Eckpunkte: Ab 2014 sollen Steuern erhoben werden auf Transaktionen mit Finanzinstrumenten wie z.B. Aktien, Anleihen und Derivate.
Die SPD-Europaabgeordneten begrüßen diesen Vorschlag ausdrücklich und fordern den Ministerrat auf, die Vorschläge so schnell wie möglich umzusetzen, damit endlich auch der Finanzsektor an den Kosten der Krise beteiligt wird.
Das Europäische Parlament hatte sich bereits im März auf Initiative der Sozialdemokraten für eine Finanztransaktionssteuer ausgesprochen. Es ist dem beharrlichen Druck des EU-Parlaments, aber auch dem der Zivilgesellschaft zu verdanken, dass die EU-Kommission nun endlich tätig wird.
Der Kommissionsvorschlag sieht vor, Aktien und Anleihen ab 2014 mit 0,1 Prozent zu besteuern. Für Derivate (Termingeschäfte) würden 0,01 Prozent fällig. Die EU-Kommission beziffert die Einnahmen auf etwa 57 Milliarden Euro pro Jahr. Sie könnten teilweise dem EU-Haushalt zufließen und so die Beiträge der einzelnen Mitgliedstaaten reduzieren. Gleichzeitig stünde es den Mitgliedstaaten frei, auch einen höheren Steuersatz zu veranschlagen. Diese Einnahmen kämen direkt der jeweiligen Staatskasse zu.
Ausgenommen vom Anwendungsbereich der Steuer sind Hypotheken, Kredite, Versicherungsverträge und andere „normale“ Finanztätigkeiten von Privatpersonen oder Unternehmen. Finanzspekulanten hingegen sollen an den Krisenkosten auch wirklich beteiligt werden.
Die Finanztransaktionssteuer ist innerhalb der EU umstritten. Vor allem Großbritannien sperrt sich wegen etwaiger negativer Auswirkungen auf den Finanzplatz London. Deutschland und Frankreich hingegen unterstützen die Pläne zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer.
Ein Hintergrund-Memo der EU-Kommission finden Sie hier.
27.09.11
Informationsgespräch mit dem Leiter der Task-Force Griechenland
Der Leiter der „EU-Task-Force Griechenland“, Horst Reichenbach, war am 27.09.2011 Gast in der Gruppensitzung der SPD-Europaabgeordneten, um über Aufgaben, Ziele und erste Arbeitsschritte des Unterstützungsteams zu informieren.
Die von der EU einberufene „Task-Force“ hat vor etwa drei Wochen ihre Arbeit aufgenommen. Sie soll die Griechen unterstützen, ihre marode öffentliche Verwaltung zu modernisieren und Steuern einzutreiben. Vor allem soll Griechenland aber dabei geholfen werden, EU-Fördergelder abzurufen, um neue Wachstumsimpulse zu setzen. Bisher haben die Hellenen nur etwa 30 Prozent der ihnen zustehenden Mittel der Förderperiode 2009-2013 in Anspruch genommen. Der Grund sind Fehler bei der Antragstellung sowie mangelndes Geld zur anteiligen Finanzierung.
Horst Reichenbach, ehemaliger Vizepräsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und vormals Generaldirektor der EU-Kommission, schilderte den SPD-Abgeordneten seine Eindrücke von den ersten Arbeitstreffen in Griechenland. Der erfahrene Europäer betonte, dass der Erfolg der Arbeit vor allem von der engen Zusammenarbeit mit den Griechen abhänge. Das Land hat bereits umfangreiche Spar- und Reformmaßnahmen auf den Weg gebracht, um die Hilfskredite der EU zu erhalten. Mit Hilfe der Task-Force soll nun gemeinsam weiter daran gearbeitet werden, dass Griechenland die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen es gegenüber steht, überwinden wird.
Die Prioritäten liegen dabei nach Reichenbachs Einschätzung einerseits im Steuersystem. Hier ginge es darum, die Erhebung der Steuern zu verbessern, um das theoretische Steueraufkommen tatsächlich auszuschöpfen. Auch mahnte er eine gerechtere Verteilung der Steuerlast an, um die Akzeptanz der Reformen zu sichern. Andererseits liege ein Schwerpunkt auf der Ausgabenkontrolle. Hier sei ein stärkeres Monitoring vonnöten und Unternehmen müssten auf ihre Privatisierung vorbereitet werden, um die Anforderungen erfüllen zu können, die für weitere Hilfskredite der EU vorausgesetzt werden. Daneben sei eine Unterstützung der griechischen Banken erforderlich, um die Kreditvergabe wieder in Gang zu setzen.
Die Task-Force wird im Oktober einen Bericht vorlegen, in dem die bereits erzielten Fortschritte des Landes, sein Bedarf an technischer Unterstützung und das daraus gemeinsam entwickelte Arbeitsprogramm für die nächsten Monate aufgeführt sein werden.
Unterwegs in Sachen Frauenqoute: Constanze Krehl und Kerstin Westphal informieren sich im Vorbild-Land Norwegen

- Foto: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com, pixelio.de
Eines der Kernziele der Europäischen Union ist die Gleichstellung der Geschlechter. Seit den Römischen Verträgen wird dieses Ziel immer wieder betont. Dennoch müssen wir nach über 50 Jahren feststellen, dass es die Gleichstellung zwischen Frau und Mann in keinem Mitgliedstaat in der Europäischen Union gibt. Aber: einige Länder haben mehr Anstrengungen unternommen und sind dem Ziel näher als Deutschland.
Zu diesen Ländern zählt auch Norwegen. Durch ein Bündel von unterschiedlichen Maßnahmen hat das Land die Gleichstellung der Geschlechter weit vorangetrieben. Um sich ein Bild von den norwegischen Erfolgen zu machen und Anregungen in Form von Best Practice Beispielen einzuholen, besuchen die beiden SPD-Europaabgeordneten Constanze Krehl und Kerstin Westphal auf Einladung der norwegischen Abgeordneten Helga Pedersen seit Mittwoch die norwegische Hauptstadt Oslo.
„Mit der Einführung einer Frauenführungsquote, Gender Mainstreaming und vielem mehr hat die Regierung in Norwegen die Gleichstellung der Geschlechter weit vorangetrieben Davon können wir und müssen wir lernen“, sagt Kerstin Westphal. Als stellvertretendes Mitglied der interparlamentarischen Delegation Norwegen hat sich die SPD-Europaabgeordnete schon mehrmals mit norwegischen Kolleginnen ausgetauscht.
„In Norwegen haben Frauen mehr Möglichkeiten beruflich aufzusteigen. Die Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern ist geringer. Und Mütter und Väter haben mehr Zeit für Familien- und Privatleben, “ so Kerstin Westphal. Die SPD-Europaabgeordnete und frauenpolitische Sprecherin der SPD-Gruppe im Europäischen Parlament, Constanze Krehl, ergänzt: „Die gesamte Gesellschaft profitiert davon. So ist beispielsweise die Geburtenrate in Norwegen im Gegensatz zu Deutschland gestiegen. Ich denke auch, dass die Arbeitsbedingungen norwegischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine bessere Vereinbarung von Beruf und Familie ermöglichen".
Die beiden SPD-Europaabgeordneten werden sich mit Vertreterinnen und Vertretern der sozialdemokratischen Fraktion, der Gewerkschaften, des Ausschuss für Gleichheit und Antidiskriminierung und mit dem Minister für Gleichheit und soziale Inklusion Audun Lysbakken austauschen.
15.09.11
15. September: Heute ist europäischer Tag der Lebensmittelsicherheit!

- Bild: Gerd Altmann, pixelio.de
Anlässlich des heutigen europäischen Tages der Lebensmittelsicherheit kündigte die EU-Kommission gestern an, dass sie künftig Maßnahmen ergreifen will, um die Menge der weggeworfenen Lebensmittel innerhalb der Europäischen Union zu verringern. In den Ländern der EU landen jährlich 89 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Pro EU-Bürger sind das 179 Kilogramm.
Als Haupt-Gründe für diese Verschwendung nennt die EU-Kommission Überproduktion, Schönheitsfehler wie falsche Größe oder Form der Produkte und falsche Lagerung. Dagegen soll jetzt vorgegangen werden - unter anderem durch bessere Informationen der Verbraucher und optimierte Verpackungen.
Die Lebensmittelsicherheit ist für die Abgeordneten des Europäischen Parlaments ein wichtiges Thema. Erst im Juli dieses Jahres haben sie eine neue Gesetzgebung zur Lebensmittelkennzeichnung beschlossen. Danach werden Lebensmittelhersteller künftig verpflichtet, Informationen zu Energiewert, Fett, gesättigten Fettsäuren und Kohlenhydraten mit besonderem Hinweis auf Zucker und Salz auf der Produktrückseite anzugeben. Verbraucherinnen und Verbraucher haben damit die Möglichkeit, sich über die Inhaltsstoffe der Produkte umfassend zu informieren.
Die SPD-Gruppe im EP wird sich weiterhin für eine umfassende und praktikable Kennzeichnung von Lebensmitteln einsetzen.
14.09.11
Martin Schulz einstimmig als Kandidat für das Amt des Parlamentspräsidenten nominiert!
Am Dienstag Abend ist der SPD-Europaabgeordnete Martin Schulz von seinen Fraktionskollegen einstimmig als Kandidat für den Posten des Präsidenten des Europäischen Parlaments nominiert worden. Die Wahl im Plenum wird voraussichtlich am 17. Januar 2012 stattfinden. Dann soll Schulz den früheren polnischen Ministerpräsidenten Jerzy Buzek ablösen.
Martin Schulz ist seit sieben Jahren Vorsitzender der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament. Nach seiner Nominierung betonte Schulz, dass er, wenn er gewählt wird, eng mit den Vorsitzenden der einzelnen Parteien und denen der verschiedenen Delegationen zusammenarbeiten wird, um die Rolle des Parlaments und seine prüfende Funktion im Hinblick auf den Europäischen Rat zu stärken.
Auch wenn der überzeugte Sozialdemokrat, der auch seit 12 Jahren Mitglied des SPD-Vorstands ist, eher als streitbarer und "lauter" Politiker gilt - seine Wortgefechte mit Viktor Orban und Silvio Berlusconi sind weithin bekannt - ist er in erster Linie doch ein überzeugter Europäer. Das merkt man etwa, wenn er die Alleingänge der Staats- und Regierungschefs auf ihren Gipfeln kritisiert und sich für eine demokratische Legitimation durch das EU-Parlament einsetzt: "Der Rat kann sich da keine Exekutivrechte zuschanzen, die nicht im Vertrag stehen. Das Europäische Parlament ist DER Ort der Demokratie in Europa. Seine Sichtbarkeit für die Menschen in Europa zu erhöhen und seine Machtposition gegenüber den anderen EU-Institutionen und Regierungschefs zu stärken, dafür will ich kämpfen."
„Eine Roadmap zur Rettung der Währungsunion“
Die Aktienmärkte sind in panischer Aufruhr. Tiefe Verunsicherung, Misstrauen in die Regelkraft der Politik und Wachstumspessimismus schaukeln sich gegenseitig hoch. Bislang behandeln die EU-Regierungschefs die Krise der Währungsunion wie eine Naturkatastrophe, deren Dynamik sie nicht durchschauen.
Scheinbar unerwartet brechen Überschuldung der Euroländer und Kursstürze über Europa hinein. Die großen Flammen des Brandes werden dann notdürftig gelöscht und ansonsten setzt man auf das Prinzip Hoffnung. Doch unter der Decke der Rettungspläne brodelt es kräftig weiter. Solange bis es unweigerlich zu einem Flächenbrand, einer echten Bedrohung des gesamten Euroraumes kommen muss. Das derzeitige hochnervöse Gebaren der Finanzmärkte beweist es.
Im vergangenen Jahr, beim Ausbruch der Schuldenkrise, machte die Hysterie über Rettungshilfen einen wirklich ambitionierten Befreiungsschlag zunichte. Mit dem Ergebnis dass vor drei Wochen die Euroländer erneut nachlegen mussten. Aber wieder einmal fehlte es an echtem europäischem Gemeinsinn. So versäumten es die <acronym title="Europäische Union">EU</acronym>-Regierungschefs, den Eurorettungsfonds mit einem wirklich robusten Mandat auszustatten, das beispielsweise ermöglicht hätte, in ein System der Eurobond-Emission einzusteigen. Schon allein die Ankündigung hätte für einen enormen Auftrieb an den Börsen gesorgt. Zum schwindenden Vertrauen hat maßgeblich eine populistische Lethargie und ein Krisenmanagement der Minimallösungen geführt, das der Tragweite der Bedrohung in keiner Weise gerecht wird. Hinzu kommen hochneurotische Investoren, die am liebsten alles auf einmal wollen: Radikale Sparpakete und rasantes Wachstum.
Doch kann man irrational agierenden Finanzmärkten mit rationalen Mitteln beikommen? Ja, man kann. Aber nicht, indem man öffentliche Haushalte bedingungslos ausbluten lässt und fortlaufend Sparprogramme beschließt, die nicht nachhaltig wirken, sondern lediglich die eigene ökonomische Zukunft verbauen. Nach Griechenland und Portugal werden das auch Italien und Spanien zu spüren bekommen. Andererseits: eine uneingeschränkte gemeinsame Haftung im Euroraum ohne ein verbindliches Regelwerk, das neben der Quantität auch die Qualität der Budgetpolitik überwacht, wäre ebenfalls nicht sinnvoll. Denn solange die Eurozone einen Bankrott verhindert, ohne eine Wachstumsperspektive zu eröffnen, ist die Eurokrise ein hervorragendes Geschäftsmodell für Spekulanten.
Daher brauchen wir eine neue Roadmap mit echtem wirtschaftspolitischem Sachverstand, die beide Gefahren vermeidet: die „Free-rider-Position“ ebenso wie den kollektiven wirtschaftlichen Ruin. Einen Fahrplan, der auf drei Säulen basieren muss:
28.06.11
Matthias Kurth, Präsident der BNetzA, informiert die SPD-Europaabgeordneten zum Eisenbahnpaket

- Matthias Kurth (3.v.l.) informiert über Vor- und Nachteile der Trennung von Netz und Betrieb im Schienenverkehr
Am 28.06.2011 empfing der Vorsitzende der Gruppe der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament, Bernhard Rapkay, den Präsidenten der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, zur Gruppensitzung.
Anlass für das Gespräch sind die aktuellen Verhandlungen zum so genannten Eisenbahnpaket. In diesem Zusammenhang wird vor allem über die Entflechtung von Schienennetz und dem Betrieb des Netzes diskutiert, um mehr Wettbewerb im Eisenbahnsektor zu erreichen. Kurth war der Einladung Ismail Ertugs gefolgt, der innerhalb der Gruppe für die Verhandlungen zum Eisenbahnpaket zuständig ist.
16.05.11
05. bis 16. Mai: Europawoche 2011!
In jedem Jahr finden rund um den Europatag der Europäischen Union, der seit 1985 am 09. Mai gefeiert wird, in ganz Europa Feste, Vorträge und Veranstaltungen statt, um Europa zu feiern. In Deutschland gibt es in jedem Bundesland umfangreiche Programme in der Zeit zwischen dem 05. und 16. Mai 2011. In einer Zusammenstellung können Sie die diversen Angebote der einzelnen Bundesländer finden – schauen Sie doch einfach mal, was in Ihrer Nähe los ist!
Zurück geht der Europatag auf den 09. Mai 1950, als der damalige Außenminister Frankreichs, Robert Schuman, vorschlug, eine Produktionsgemeinschaft zu schaffen für Kohle und Stahl – die Rohstoffe, die damals Grundvoraussetzung für die militärische Rüstung waren. Die Verwaltung sollte durch ein supranationales europäisches Organ erfolgen, damit militärische Alleingänge und Kriege ausgeschlossen werden. Frieden und Solidarität sollten stattdessen der Boden für das Nachkriegseuropa sein. Diese so genannte „Schuman-Erklärung“ gilt als Grundstein der heutigen Europäischen Union. Weitere Informationen zum Europatag finden Sie unter http://europa.eu/abc/symbols/9-may/euday_de.htm.
19.04.11
Delegationsreise nach Bratislava vom 14. -16. April
Unter der Leitung ihres Vorsitzenden Bernhard Rapkay reiste eine elfköpfige Delegation der SPD-Europaabgeordneten vom 14. - 16. April 2011 zu einem Arbeitsbesuch in die slowakische Hauptstadt Bratislava.
Ziel war es, die Kontakte mit den slowakischen Kolleginnen und Kollegen aus dem Europäischen Parlament zu intensivieren und einen Einblick in die gegenwärtige politische und sozioökonomische Situation der Slowakei zu erhalten. Hierzu fanden Gespräche mit Abgeordneten des slowakischen Parlaments, sowie Vertretern der Gewerkschaften und Mitgliedern eines politischen "Think-Tanks" statt. ...mehr
10.11.10
Buchvorstellung: Klaus Hänsch, "Kontinent der Hoffnungen - Mein europäisches Leben"
Am 10. November 2010 hatten die SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament zur Vorstellung des Buches des ehemaligen Präsidenten des Europäsischen Parlaments, Klaus HÄNSCH, geladen. In seinem Buch "Kontinent der Hoffnungen - Mein europäisches Leben" lässt der Sozialdemokrat seine 30 Jahre währende Zeit im Europäischen Parlament Revue passieren.
Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament, Bernhard RAPKAY, und einem Grußwort des amtierenden Präsidenten des Europäischen Parlaments, Jerzy BUZEK, stellte der Vorsitzende der S&D-Fraktion, Martin SCHUZ, die einfühlsamen Erinnerungen Hänschs vor, der mit sprachlicher Eleganz und viel Humor erzählt, wie in Straßburg und Brüssel Politik gemacht wird und wie Europa sein Leben prägte.
Links: Klaus HÄNSCH (Mitte) mit seinem Nachfolger, dem amtierenden Präsidenten des Europäischen Parlaments, Jerzy BUZEK. Links von ihm seine Frau Ilse.
Rechts: Im Gepräch mit Bernhard RAPKAY, dem Vorsitzenden der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament.
08.07.10
8. Juli 2010 - Warum wir heute für SWIFT gestimmt haben:
Wir Abgeordneten der SPD-Gruppe im Europäischen Parlament treten dafür ein, mit einem Höchstmaß an Entschlossenheit und Wirksamkeit den internationalen Terrorismus zu bekämpfen und personenbezogene Daten nachhaltig zu schützen.
Die SPD-Gruppe hat sich angesichts der Bedeutung des Datenschutzes ihre Entscheidung nicht leicht gemacht. Nach langen und sorgfältigen Abwägungen können wir jedoch dem Abkommen zustimmen:
Es ist ein Erfolg der Sozialdemokraten, dass eine ständige europäische Kontrolle bei der Extraktion der Daten direkt vor Ort im US-Finanzministerium etabliert wird - einschließlich der Möglichkeit die Entnahme von Daten zu stoppen.
Oberste Priorität hatte für uns die Einschränkung des massenhaften Datentransfers. SEPA-Daten werden vom Abkommen nicht erfasst; ein Gros aller Überweisungen sind gar nicht betroffen. Die 5-jährige Speicherfrist soll jährlich überprüft werden, wobei nicht benötigte Daten vorzeitig zu löschen sind. Zudem ist eine jährliche Überprüfung der Einhaltung aller Datenschutzstandards unter Einbeziehung von Datenschutzbeauftragten vorgesehen.
Auch wenn wir die Kontrollfunktion und Datenweitergabe bevorzugt einer Justizbehörde übertragen hätten, muss EUROPOL sein im Abkommen vorgesehenes Mandat zur Genehmigung der Datenweitergabe unter strikter Kontrolle der EU ausführen. EUROPOL hat zwar ein verlässliches Datenschutzsystem, dennoch muss eine Anpassung an den Lissabonvertrag vorgenommen werden, damit es seine Aufgaben unter umfassender demokratischer Kontrolle ausüben kann.
11.06.10
Klausur der SPD-Delegation in Grimbergen
Am 10. Juni 2010 trafen sich die SPD-Europaabgeordneten zu einer außerordentlichen Gruppensitzung im Brüsseler Vorort Grimbergen. Die ganztägige Klausurtagung findet ein bis zwei Mal jährlich statt und ermöglicht den Gruppenmitgliedern – ergänzend zu den regelmäßigen Zusammentreffen während der Ausschuss- und Plenarwochen – intensive Diskussionen zu führen zu tagesaktuellen, aber vor allem auch zu grundsätzlicheren Themen.Mehr
14.04.10
Vorstand der Bundes-SGK zu Gast im Europäischen Parlament
Am 14. April traf sich der Vorstand der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament mit Vertretern der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in der Bundesrepublik Deutschland (SGK), um über die Zukunft der EU-Kohäsionspolitik zu sprechen. Neben dem Vorsitzenden Bernhard Rapkay empfingen Udo Bullmann, Norbert Glante, Constanze Krehl und Jutta Steinruck als Vorstandsmitglieder sowie Evelyne Gebhardt und Matthias Groote ihre Gäste. Der Vorstand der Bundes-SGK war vertreten durch Helmut Dedy, Jörg Freese, Monika Kuban, Dr. Ulrich Maly, Detlef Raphael, Roland Schäfer und Stephan Weil. ...mehr
04.03.10
Netzpolitik - Unsere Rechte in der vernetzten Gesellschaft
Auf Einladung der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament fand am 4. März 2010 in Köln eine Diskussionsveranstaltung zum Thema "Unsere Rechte in der vernetzten Gesellschaft" statt. Die Veranstaltung zog mehr als 250 Gäste in den Mediapark KOMED. Ziel war es, im Dialog mit den Bürgern die neuen Chancen, wie auch die damit einhergehenden potentiellen Risiken zu beleuchten und zugleich sozialdemokratische Ideen für eine zukunftsweisende Netzpolitik zu benennen. ...mehr
25.03.10
Anti-Mafia T-Shirts im Europäischen Parlament unerwünscht?
Unerfreuliche Bekanntschaft mit dem Sicherheitspersonal des Europäischen Parlaments musste am vergangenen Donnerstag eine jugendliche Besuchergruppe aus Sizilien machen.
Die rund 80 Jugendlichen waren der Einladung des sozialdemokratischen Abgeordneten Rosario Crocetta nach Brüssel gefolgt, um mit Abgeordneten der S&D-Fraktion über die Rolle der Mafia zu diskutieren. Crocetta gilt als einer der bekanntesten Anti-Mafia-Kämpfer Italiens und steht aufgrund mehrerer Anschlagsversuche auf seine Person unter Polizeischutz.
Die jugendlichen Gäste Crocettas trugen anlässlich der geplanten Veranstaltung alle ein T-Shirt mit dem Slogan "No Mafia". Das Sicherheitspersonal bewertete die einheitliche Bekleidung jedoch als nicht genehmigte Demonstration und verwehrte der Gruppe den Eintritt ins Parlament. ...mehr
11.03.10
Veranstaltungshinweis: Verbraucherschutz in der EU
Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung in Brüssel vom 2. – 5. Mai 2010
Die regelmäßig stattfindende Seminarreihe der Friedrich-Ebert-Stiftung in Brüssel hat im Mai die Überarbeitung der Verbraucherschutzrichtlinie der EU-Kommission zum Thema ...mehr
01.03.10
Vorstand der SPD-Gruppe trifft Labour-Delegation

- Workshop im House of Commons
Mit dem Ziel, die Kontakte zu den einzelnen sozialdemokratischen Delegationen im Europäischen Parlament zu intensivieren, reiste der Vorstand der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament am 01. März zu einem Arbeitstreffen zu den sozialdemokratischen Kollegen nach London ...mehr














